Inklusion ist kein Projekt!

Abschlussveranstaltung im Modellprojekt

Sensibilisieren, Qualifizieren und Begleiten – Freiwilligenagenturen als inklusive Anlauf- und Netzwerkstellen für Engagement weiterentwickeln

in Kooperation mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

Blick auf einige Teilnehmende der Veranstaltung, die auf Stühlen im Plenum sitzen. Ihr Blick ist nach vorne gerichtet.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

„Wir möchten, dass freiwilliges Engagement von Menschen mit Behinderungen etwas Selbstverständliches wird.“ Mit dieser Vision startete im September 2014 das bagfa- Inklusionsprojekt „Sensibilisieren, Qualifizieren und Begleiten – Freiwilligenagenturen als inklusive Anlauf- und Netzwerkstellen für Engagement weiterentwickeln“.

Fünf Jahre lang hat die bagfa Freiwilligenagenturen dabei unterstützt, auf verschiedenen Wegen zu inklusiven Arbeitsweisen zu finden und Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, dass alle Menschen, so unterschiedlich sie sein mögen, Zugänge zum Engagement finden. Vielerorts haben sich diese Akteur/innen aufgemacht, um Teilhabebarrieren für Menschen mit Behinderungen in ihren Organisationen und Angeboten abzubauen. Dabei sind Ansätze, Aktionen und Projekte entstanden, in denen Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam aktiv werden, sich engagieren und Inklusion vor Ort gestalten.

Alle Information zum Projekt finden sich unter: https://bagfa-inklusion.de/projektvorstellung

Die offizielle Abschlussveranstaltung am 3. Juni 2019 in Berlin im barrierefreien Coworking-Space TUECHTIG mit über 70 Teilnehmer/innen, wurde zu einer Zukunftsveranstaltung weiterentwickelt: Mit dem Veranstaltungsmotto „Inklusion ist kein Projekt!“ ging es um mehr als nur um eine Bestandsaufnahme im Projekt. Der Blick war nach vorne und auf die Frage gerichtet: Wie machen wir morgen weiter?

Denn Inklusion ist kein Projekt mit einem Anfang und einem Ende, sondern vielmehr eine Haltung und ein Prozess, der immer wieder neue Ziele erschließt und davon lebt, dass wir ihn mit unserem täglichen Tun kontinuierlich mitgestalten. Jedes Grundrecht ist eine Daueraufgabe; und jede Korrektur gewachsener Benachteiligungen braucht erst recht Zeit, Wissen und Haltungen, die das Handeln anleiten und verstetigen. Deshalb geht es darum auch weiterhin Inklusion als Querschnittsaufgabe und als positives Lebensgefühl im Engagement zu begreifen und umzusetzen.

Dafür lieferte der Kongress zunächst Hintergründe zum Modellprojekt und die mitwirkenden Protagonist/innen und Netzwerke (siehe dazu „Der Tag im Überblick“ weiter unten auf dieser Seite). Darauf aufbauend wurden in insgesamt 15 einstündigen Sessions Grundlagenwissen für inklusives Engagement, Raum für den Austausch über Praxiserfahrungen und das Lernen voneinander sowie für die Diskussion über offene Fragen angeboten. Beschreibungen und Materialien zu den Sessions finden sich weiter unten auf dieser Seite.

Ob lauter oder leiser, in allen Gesprächen, Erfahrungsberichten und Sessions des Tages lautete der Tenor: Obwohl noch immer viele Hürden und Stolpersteine bestehen, wir wollen weitermachen. Tag für Tag, Schritt für Schritt, heute und morgen.

Ausgezeichnete Ideen für inklusives Engagment

Die Gewinnerinnen des Dr. Jürgen-Rembold-Inklusionspreises, in Höhe von jeweils 1000 Euro (siehe Bericht zur Preisverleihung), brachten neue Ideen mit, wie Freiwilligenagenturen Inklusion konkret umsetzen könnten.

  • Die Freiwilligenagentur Tatennetz des Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V. in Passau wird ein Fotobuch im DIN A3-Format erstellen und veröffentlichen, in dem sich Menschen mit Lernschwierigkeiten in ihrem freiwilligen Engagement zeigen. Textpassagen im Buch werden in Leichter Sprache verfasst. Das Fotobuch soll auch in digitaler Form verbreitet und nutzbar gemacht werden.
  • Die Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. wird gemeinsam mit gehörlosen Menschen zwei Videos konzipieren und produzieren. Anstelle professioneller Dolmetscher/innen vermitteln gehörlose Protagonist/innen in den Videos in Deutscher Gebärdensprache wichtige Informationen zu Engagementeinsätzen in Halle an der Saale. Die Videos sollen über soziale Medien verbreitet werden.
  • Die Freiwilligenagentur Hanau wird ein neues Format ausprobieren: Engagement Speed-Dating im barrierefreien Bus. Interessierte können bei der Bus-Tour verschiedene Engagementorte in Hanau besuchen und kennenlernen. Mit dabei: mobile Lego-Rampen, mit denen Barrieren wie ein Stufe an der Eingangstür des Einsatzortes überwunden werden können.

Und morgen machen wir weiter mit…!

Um auch die Teilnehmer/innen zu ermutigen, weiter zu machen, wurde eine besondere Aktion gestartet: Die Teilnehmer/innen schrieben ihre Ideen, Vorhaben und Aktivitäten auf eine Postkarte und werden diese demnächst als Motivationskarte in ihrem Briefkasten wiederfinden.

Einige konkrete Umsetzungsideen der Teilnehmer/innen waren:

  • einen barrierefreien Zugang zur Internetseite, zu Flyern und zu Angeboten schaffen
  • Engagementwerbung in einfacher Sprache
  • Inklusionsaspekte in den Mitarbeiterleitfaden aufnehmen
  • Erstellung einer Wheelmap

Für die Haltung wichtige Gedanken der Teilnehmer/innen waren:

  • Niemals nie sagen
  • Dinge in Bewegung setzen, verbessern und verstetigen
  • Barriere in den Köpfen abbauen

Inklusives Engagement? Unbeschreiblich!

In den Pausen waren die Teilnehmer/innen eingeladen, gemeinsam oder in der Gruppe, mit Gesten oder Mimik in Bildern festzuhalten, was inklusives Engagement ausmacht. Hier ein paar Impressionen:

Auch die bagfa wird weiter am Thema Inklusion „dranbleiben“. Konkret werden wichtige Inhalte, wie die „Materialbox Inklusion“ sowie Formate und Vernetzungsmöglichkeiten weiter angeboten werden. Und natürlich wird die bagfa weiterhin für einen breiten Inklusionsbegriff werben und eintreten, denn viele Menschen können nicht an der Gesellschaft gleichberechtigt teilhaben: Wir wollen, dass sich alle Menschen, egal ob jung oder alt, von hier oder da, männlich, weiblich oder divers, mit einfachen oder besonderen Fähigkeiten, sich in die Gesellschaft einbringen und sie mitgestalten können.

Der Tag im Rückblick

Einen bewegten Einstieg in den Tag gestalteten Friedhelm Peiffer, Kai Pakleppa und Tobias Kemnitzer im Gespräch mit Moderatorin Paula Bergmann. Tobias Kemnitzer (bagfa e.V.) betonte, dass dies ein besonders toller Tag für die bagfa sei, denn mit dem fünfjährigen Modellprojekt wurde viel innerhalb der Freiwilligenagenturen und des Netzwerkes erreicht. Er dankte allen Mitwirkenden, wie dem Projektbeirat, der Arbeitsgruppe, Kooperationspartnern und Mitarbeiter/innen und besonders der Aktion Mensch Stiftung, die durch ihre Förderung das Projekt erst ermöglicht habe.  

Blick auf die Bühne aus dem hinteren Bereich des Saales. In der Mitte ist ein Korridor, der die mit teilnehmenden besetzten Stuhlreihen links und rechts teilt. Die Teilenehmenden sind von hinten zu sehen. Auf der Bühne sind fünf Personen zu sehen.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

„Der Mensch ist ein soziales Wesen und möchte als solches am Leben in der Gesellschaft teilnehmen und teilhaben“, erklärte Kai Pakleppa (Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.) in seinem Statement. Das schließe selbstverständlich auch das bürgerschaftliche Engagement mit ein. Es gehöre demnach zu den Aufgaben von Organisationen wie der Lebenshilfe, Wege in ein Engagement für Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen. Friedhelm Peiffer (Aktion Mensch Stiftung) erklärte, die Aktion Mensch Stiftung verstehe sich als Förderer von Innovation im Themenfeld Inklusion. Ihr Ziel sei es, mit der Förderung von Modellprojekten wie dem Inklusionsprojekt der bagfa ganz konkret die Umsetzung von Inklusion und Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen.

Inklusion im Engagement – Was haben wir bewegt? Was bleibt zu tun?

Was ist in den fünf Projektjahren entstanden? Das fragten sich fünf Kolleg/innen, die das Projekt in unterschiedlichen Funktionen von Beginn an mit aufgebaut und begleitet haben, im Gespräch mit Moderator Bernd Schüler.

Nahaufnahme des Podiumsgesprächs. Die beteiligten sitzen. Christian Judith in der Mitte spricht ins Mikrofon und hebt dabei den Zeigefinger.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

Den Anfang machte Christian Judith (Firma K Produktion), der zahlreiche Freiwilligenagenturen vor Ort im Rahmen des Projekts in Inklusionsfragen geschult hat.  Ebenso unterschiedlich wie die Agenturen selbst habe er auch die Bereitschaft für die Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion und die konkreten Aktivitäten der Kolleg/innen vor Ort für den Abbau von Teilhabebarrieren in ihren Angeboten wahrgenommen. Damit sich Menschen mit Behinderungen selbstverständlich eingeladen fühlen, müsse eine entsprechende Willkommenskultur gestaltet werden. Das sei schon mit kleineren Veränderungen wie z.B. einem unbestuhlten Platz am Beratungstisch für Nutzer/innen eines Rollstuhls umsetzbar. Abschließend appellierte er an die bagfa, Barrieren in den eigenen Angeboten weiter abzubauen.     

Britta Marie Habenicht (Lebenshilfe Lüneburg-Harburg gGmbH) brachte ihre langjährige Erfahrung in der Engagementberatung und -vermittlung von Menschen mit Lernschwierigkeiten in das Gespräch ein. Nach der Strahlkraft von Projekten zur Förderung von Inklusion und Barrierefreiheit im Engagement gefragt, erklärte, sie, sie nehme einerseits schon wahr, dass sich ein breiteres Bewusstsein für die Bedeutung von Inklusion entwickelt habe. Gleichzeitig erlebe sie aber auch, dass es sogar in Inklusionsprojekten manchmal noch schwierig sei, Barrierefreiheit als erste Maßnahme umzusetzen, um damit die notwendigen Bedingungen dafür zu schaffen, dass Menschen mit Behinderungen selbstverständlich dabei sind. Daran zeige sich, dass Veränderungen im Bewusstsein, in Organisationstrukturen und Arbeitsweisen auch in der Engagementförderung langsam voran gingen.

Die Perspektive der Freiwilligenagenturen vertrat auf dem Podium Stephanie Krause (lagfa NRW e.V., Freiwilligenzentrale Hagen e.V.). Erreicht habe man aus ihrer Sicht, Freiwilligenagenturen in der Breite für die Relevanz von Barrierefreiheit und das Thema Inklusion zu sensibilisieren. In Hinblick auf die Thematisierung von Barrierefreiheit störe sie allerdings, dass in der Regel körperliche Einschränkungen und seelische Belastungen nach wie vor getrennt voneinander betrachtet würden. Hier sei es wünschenswert einen ganzheitlichen Blick zu entwickeln, der nicht kategorisiert, sondern den einzelnen Menschen in den Blick nimmt. Eine Herausforderung für den weiteren Weg von Freiwilligenagenturen sehe sie darin, dass sich beispielsweise mit der fortschreitenden Digitalisierung aktuell ein weiteres herausforderndes Entwicklungsfeld auftue. Eine Zukunftsaufgabe für die Agenturen und ihrer Verbände wie den lagfas und der bagfa sei es daher, Inklusion als Querschnittsthema immer mitzudenken.

Erste Ergebnisse der Projektevaluation brachte Professorin Martina Wegner (Hochschule für angewandte Wissenschaften München) mit. In der Gesamtschau zeige sich, dass mit dem Projekt neben der Sensibilisierung und Entwicklung eines Verständnisses von Inklusion insbesondere Kompetenzen in Hinblick auf Barrierefreiheit vermittelt werden konnten. Das Angebot der persönlichen Beratung in den Agenturen vor Ort wurde von den Agenturen als besonders hilfreich bewertet und wurde gut angenommen. Sehr erfreulich sei zudem die Selbsteinschätzung der Freiwilligenagenturen in Hinblick auf ihren inklusiven Entwicklungsstand. Teilnehmende der Befragungen zu Beginn und zum Anschluss des Projekts wurden um eine Selbsteinschätzung des Ist-Zustandes in vier Kategorien von 1  („noch keine Erfahrung“) bis 4 („auf dem Weg zu einer inklusiven Agentur“) gebeten. Der Abgleich beider Befragungen zeige, dass sich ein großer Teil der Agenturen im Projektverlauf in eine höhere Kategorie eingestuft hätten. Die Antworten auf die Frage nach weiteren geplanten Schritten hätten außerdem gezeigt, dass die Mehrheit der befragten Agenturen Inklusion als einen langfristigen Veränderungsprozess verstünden, den sie weiter voranbringen wollen. Mit Blick auf die Herstellung von Barrierefreiheit in der eigenen Organisation sei das auch wichtig, weil hier noch Luft nach oben sei.

Hubert Hüppe (ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen) weitete den Blick mit seiner Einschätzung zum Umsetzungsstand der UN-Behindertenrechtskonvention. Es sei erschreckend, dass die Zahl der „Sondereinrichtungen“ für Menschen mit Behinderungen wie z.B. Werkstätten oder Förderschulen auch zehn Jahre nach in Kraft treten der UN-Behindertenrechtskonvention nicht zurückgehe, sondern weiter wachse. Damit werde das „Leben in getrennten Welten“ weiter befördert. In diesem Zustand getrennter Sonderwelten finde der Kontakt und Austausch zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen zu selten statt. Aber genau den brauche es, um Unsicherheiten, Vorbehalte und Ängste im Umgang miteinander abzubauen. Projekte wie das bagfa-Inklusionsprojekt und  kleinere Aktionen und Projekte vor Ort seien vor diesem Hintergrund umso wichtiger, um Begegnung und Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen in den Alltag zu bringen.

Das bagfa-Inklusionsprojekt hat gezeigt: Es gibt ganz unterschiedliche Wege, sich für inklusives Engagement zu öffnen und Erfahrungen im Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen zu sammeln.

In Anlehnung an ein offenes Austauschformat boten im weiteren Tagesverlauf 15 Referent/innen 15 jeweils einstündige Sessions an in den Kategorien:

Die 15 Sessions im Überblick:

Nicht nur Theorie: Grundlagen für inklusives Engagement

Hinkommen, Reinkommen, Klarkommen: Was heißt Barrierefreiheit für meine Organisation?

Was bedeutet Barrierefreiheit? Diese Frage ist nicht in zwei Sätzen zu beantworten. Denn es ist von Mensch zu Mensch verschieden, was im Alltag eine Barriere darstellen kann. Klar ist aber: Barrierefreiheit macht vielen Menschen das Leben einfacher und ist die Voraussetzung dafür, dass alle mittendrin sein und teilhaben können. In dieser Session zeigten die Referenten Christian Judith und Frank Belling anhand praktischer Beispiele und persönlicher Erfahrungen, wie Barrieren in verschiedenen Bereichen des täglichen Tuns erkannt und abgebaut werden können.

Links und rechts im Bild sind zwei Frauen auf Stühlen von hinten zu sehen. Dazwischen sind die beiden Referenten der Session frontal zu sehen. Im Hintergrund ist eine PowerPoint-Präsentation.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

Und alles neu: Wie funktionieren die Förderprogramme der Aktion Mensch?

Mithilfe der Aktion Mensch e.V. Förderung konnten schon so manche Ideen für inklusives Engagement umgesetzt werden. Seit diesem Jahr sind die Förderprogramme neu aufgestellt und die Konditionen verbessert. Was sich verändert hat und wie man bei der Recherche nach dem passenden Programm vorgeht, das haben die Referenten Christine Sommer und Erol Celik den Teilnehmer/innen dieser Session gezeigt. Alle Informationen zu den Förderprogrammen von Aktion Mensch e.V. finden Sie hier: https://www.aktion-mensch.de/foerderung/foerderprogramme.html

Links im Bild sind die Referenten der Session an einem Tisch mit Laptop seitlich von rechts abgebildet. Drei Teilnehmende sitzen vor Ihnen.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

Webangebote barrierefrei gestalten: Wem es nützt, wie es geht und warum es alle versuchen müssen

Eine eigene Webseite zu pflegen gehört bereits seit Jahren zum Standard in der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie barrierefrei zu gestalten hingegen noch nicht. Dabei ist der barrierefreie Zugang zu Webseiten und mobilen Anwendungen seit der EU-Richtlinie 2016 / 2102 mindestens
für Verwaltungen und öffentliche Einrichtungen Pflicht. Michael Wahl und Prof. Dr. Stefanie Koehler führten die Teilnehmenden dieser Session in Kriterien für die Barrierefreiheit digitaler Angebote ein und zeigten anhand praktischer Beispiele, wie Sie allen Nutzergruppen Ihre Webseite zugänglich(er) machen. Dank der Expertise von Frau Koehler als zertifizierte Übersetzerin für Leichte Sprache konnte die Session in einfacher Sprache angeboten werden.

Mittig steht eine Frau vor einem Flipchart, das beschriftet ist. Dahinter an der Wand wird eine Powerpoint-Präsentation gezeigt. Links vorne im Bild ist eine Teilnehmerin zu sehen.
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Kein Platz für Klischees! Vorurteilsfreie Öffentlichkeitsarbeit in der vielfältigen Gesellschaft

Diskriminierende Floskeln und Klischees über Menschen mit Behinderungen reproduzieren Vorurteile und Berührungsängste in der Gesellschaft. In dieser Session klärte Referentin Adina Hermann über diskriminierende Sprachbilder und Bildsprache auf und zeigte den Teilnehmenden, wie eine Kommunikation auf Augenhöhe in der Öffentlichkeitsarbeit aussehen kann.

Seitlicher Blick auf den Sessionraum. Rechts im Bild sitzt die Referentin hinter einem Tisch mit Laptop. Links im Bild sitzen einige Teilnehmende.
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Gelingt Inklusion durch Engagement? Einblicke in eine partizipative Studie

Wie sehen freiwillig engagierte Menschen mit Behinderung selbst ihr Engagement und seine Bedeutung in ihrem Leben? Und ist selbstbestimmtes freiwilliges Engagement ein Baustein dem Weg
zur Inklusion? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, hat Referentin Sabine Linsner im Rahmen ihrer Abschlussarbeit mit verschiedenen Menschen gesprochen. In ihrer Session berichtete sie, welche Einblicke sie gewinnen konnte und ob sich die verschiedenen Behinderungsarten unterschiedlich auf ein bürgerschaftliches Engagement auswirken.

Blick in den Sessionraum: Rechts im Bild steht die Referentin und blickt direkt in die Kamera. Sie steht vor einem Tisch mit Laptop und Beamer. Dahinter sind vier Teilnehmende der Session im Bild, die sie ansehen.
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Aus der Praxis für die Praxis

Wheelmap, Vorleseaktion und Co. – Inklusive Engagementangebote gestalten

Oft sind es Engagementaktionen, die einfach und leicht aufzeigen können, wie sich Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam engagieren können. In dieser Session brachte die Referentin Sulamith Fenkl-Ebert Beispiele für inklusive Engagementaktionen der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. mit und tauschte sich mit den Teilnehmenden darüber aus was es braucht, um eigene Aktionen zu entwickeln und umzusetzen.

Blick in den Sessionraum: Rechts im Bild sitzt die Referentin auf einem Stuhl an einem Tisch auf dem ein Laptop steht. Sie gestikuliert mit ihren Händen. Vor ihr sitzen drei Teilnehmende.
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Macht Spaß, Freude und Sinn: Engagement von Menschen mit Lernschwierigkeiten

Seit vielen Jahren berät und begleitet Britta Marie Habenicht Menschen mit Lernschwierigkeiten auf dem Weg ins Engagement. Ob im Naturschutz, bei Sportevents oder in der Freiwilligen Feuerwehr– die Einsatzorte sind so vielfältig, wie die Engagierten selbst. In dieser Session stellte sie zusammen mit Wolfgang Walter einige Beispiele vor und die beiden teilten ihre Erfahrungen, was seitens der Engagierten und der Einsatzorte zum
Gelingen beiträgt.

Links und rechts im Bild sind Teilnehmende von hinten abgebildet. In der Mitte sitzen die Referenten hinter einem Tisch und blicken nach vorne.
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Vom Projekt in den Alltag: Erfahrungen aus einem Modellprojekt zur Förderung des Engagements von Menschen mit psychischen Erkrankungen

In der Zusammenarbeit mit Menschen mit psychischen Erkrankungen fühlen sich Mitarbeiter/innen in der Engagementberatung und in Einsatzstellen häufig unsicher. Die Freiwilligenagentur Magdeburg e.V. hat bereits vor einigen Jahren in dem Projekt „Sterntaucher“ ein Beratungs- und Unterstützungskonzept für Beratende, Interessierte und Einsatzstellen entwickelt, mit dem gute Rahmenbedingungen für alle Beteiligten geschaffen werden konnten. In ihrer Session stellte Birgit Bursee die wichtigsten Projekterfahrungen vor und berichtete, welche langfristigen Veränderungen im Alltag der Agentur erkennbar sind.

Blick in den Sessionraum: Rechts im Bild sitzt die Referentin auf einem Stuhl und gestikuliert mit der rechten Hand. In etwas weiterer Entfernung sitzen zwei Teilnehmende auf Stühlen. Sie blicken zur Referentin.
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Inklusion beginnt nebenan:Inklusive Stadtteilarbeit in Gelsenkirchen-Bismarck

Das Forum Gelsenkirchen-Bismarck 2000 verspricht Spiel, Spaß und Begegnung in einem inklusiven Bismarck. Johannes Mehlmann und Holger Leitsch gaben in ihrer Session Einblicke, wie die Akteur/innen des Forums die Besonderheiten des Stadtteils nutzen, um seine Bewohner/innen in gemeinsamen Aktionen zusammenzubringen.

Blick in den Sessionraum: rechts im Bild sitzen einige Teilnehmende auf Stühlen im Halbkreis. Sie blicken auf die Referenten. Diese sitzen links im Bild an einem Tisch.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

Raus aus den Einrichtungen, rein ins Engagement! So geht es in der Praxis

Freiwilliges Engagement ist ein zentrales Element einer Bürgergesellschaft, in der Menschen sich selbstbestimmt in die Gemeinschaft einbringen und sie mit gestalten. Zugänge zum Engagement zu finden, ist für Menschen, die in Einrichtungen der Eingliederungshilfe betreut werden, häufig erschwert. Anhand ihres kürzlich abgeschlossenen Projektes „engagiert + inklusiv“ zeigte Dr. Nicole Schmidt in ihrer Session auf, wie es – trotz mancher Stolpersteine – gelingt, Engagementzugänge zu schaffen. Im bürgerschaftlichen Engagement kann selbstbestimmte Teilhabe gelebte Praxis werden.

Blick in den Sessionraum: Zwei Teilnehmende sind links und rechts im Bild von hinten zu sehen. Dazwischen in der Mitte sitzt die Referentin an einem Tisch. Hinter ihr ist ein Flipchart angeklebt.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

Debatten: Zur Diskussion gestellt

Themenanwalt? Vernetzer? Macher? Rollen von Freiwilligenagenturen in der inklusiven Kommune

Freiwilligenagenturen sind in lokale Bezüge eingebettet und mit ihnen verwoben. Damit haben sie in den Kommunen viele Möglichkeiten, Inklusionsprozesse anzustoßen, zu gestalten und zu unterstützen. Aber wie sehen Organisationen wie Freiwilligenagenturen ihre Rolle in einem inklusiven Gemeinwesen? Diese Leitfrage bildete den Ausgangspunkt der Debatte in der Session von Prof. Dr. Martina Wegner.

Teilnehmende sitzen in einem Halbkreis vor der Referentin. Sie sind von hinten fotografiert. In der Mitte sieht man die Referentin. Sie sitzt auf einem Tisch vor einem Fenster. Links hinter ihr ein beschriftetes Flipchart.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

Viel erreicht!? Wo steht die Behindertenbewegung?

In der Behindertenbewegung engagieren sich Menschen mit Behinderungen bereits seit Jahrzehnten für gleiche Rechte, gleiche Chancen und ein selbstbestimmtes Leben. Ohne dieses Engagement und den politischen Kampf gäbe es z.B. die UN-Behindertenrechtskonvention nicht. In den letzten Jahren stand vor allem auch das Bundesteilhabegesetz im Mittelpunkt des politischen Engagements. Was treibt die Bewegung an, wie bringt sich die jüngere Generation ein? Wo sind die brisanten aktuellen Themen? Darüber diskutierte Ottmar Miles-Paul mit den Teilnehmer/innen.

Blick in den Sessionraum: Links im Bild sitzen Teilnehmende in einer Reihe. In der Mitte ist der Referent frontal fotografiert. Er sitzt auf einem Stuhl und gestikuliert mit den Händen. rechts daneben sitzen zwei Teilnehmende auf Stühlen.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

Digitalisierung: Chancen, Risiken, Nebenwirkungen für das inklusive Engagement

Inklusion und Digitalisierung – das sind zwei Entwicklungsfelder, in denen Freiwilligenagenturen aktiv sind. Und immer häufiger werden in neuen digitalen Anwendungen und Angeboten insbesondere Chancen für inklusives Engagement vermutet. Aber was ist wirklich dran? Wo liegen die
„inklusiven Potentiale“? Diese Fragen stellte Stephanie Krause in ihrer Session zur Diskussion.

Blick in den Sessionraum: Links im Bild sitzt die Referentin auf einem Stuhl. Sie gestikuliert mit den Händen und ist von der Seite fotografiert. Mittig und rechts im Bild sitzen drei Teilnehmende auf Stühlen. Sie blicken auf die Referentin.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention: Vom Aufbruch in den Alltag in die Sackgasse?

Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung (Kurz: UN-BRK) wurde von Deutschland vor genau zehn Jahren ratifiziert. Die UN-BRK stellt die Pflichten der Staaten heraus, die bestehenden Menschenrechte für alle Menschen vollumfänglich zu gewährleisten. Wie weit sind wir tatsächlich mit der Umsetzung vorangeschritten? Welche Baustellen gibt es noch? Hubert Hüppe, ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, diskutierte diese Fragen mit den Teilnehmer/innen.

Blick in den Sessionraum. Rechts im Bild sitzt der Referent  auf einem Stuhl und gestikuliert mit den Händen. Mittig und links sitzen drei Teilnehmerinnen auf Stühlen. Sie blicken den Referenten an.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

Einen Blick in die Zukunft wagen: Was kann inklusives Engagement 2030 bedeuten?

Von Antoine de Saint-Exupéry stammt das Zitat: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ In dieser Session wollten wir dennoch beides. Alexander Westheide eröffnete den Raum für die Debatte über Visionen für inklusives Engagement in der Zukunft und unsere Rolle auf dem Weg dorthin.

Frontalansicht eines Plakates mit der Überschrift "Was kann inklusives Engagement 2030 bedeuten? In der Mitte steht rot unterlegt: Visionen für inklusives Engagement in der Zukunft.
(c) bagfa e.V. / David Heerde

Die Referentinnen und Referenten des Tages im Überblick

  • Christian Judith, Firma K Produktion und Referent bei der bagfa-Fortbildungsreihe Inklusion
  • Frank Belling, Werkstattrat in den Elbewerkstätten Hamburg
  • Erol Celik, Leiter Förder-Marketing & Bildung und Freizeit für Kinder und Jugend bei Aktion Mensch e.V.
  • Christine Sommer, Mitarbeiterin im Fördermarketing von Aktion Mensch e.V.
  • Michael Wahl, Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz und Mitglied im Beirat des bagfa-Inklusionsprojekts
  • Prof. Dr. Stefanie Koehler, Lehrbeauftragte für Sozialwissenschaften und Rehabilitation, HS Koblenz
  • Adina Hermann, Sozialhelden e.V. und Mitglied im Beirat des bagfa-Inklusionsprojekts
  • Sabine Linsner, Mitglied der Arbeitsgruppe im bagfa-Inklusionsprojekt
  • Sulamith Fenkl-Ebert, Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. und
    Mitglied der Arbeitsgruppe im bagfa-Inklusionsprojekt
  • Britta Marie Habenicht, Lebenshilfe Lüneburg-Harburg gGmbH
    und Mitglied der Arbeitsgruppe im bagfa-Inklusionsprojekt
  • Wolfgang Walter, engagiert im Naturschutz
  • Birgit Bursee, Freiwilligenagentur Magdeburg e.V
  • Johannes Mehlmann, Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen e.V.
  • Holger Leitsch, Ev. Johanneswerk gGmbh
  • Dr. Nicole Schmidt, der Paritätische Hamburg und Mitglied im Beirat des bagfa-Inklusionsprojekts
  • Prof. Dr. Martina Wegner, Hochschule für angewandte Sozialforschung München und Beauftragte mit der Evaluation des bagfa-Inklusionsprojekts
  • Ottmar Miles-Paul, bifos e.V. und Mitglied im Beirat des bagfa-Inklusionsprojekts
  • Stephanie Krause, lagfa NRW, Freiwilligenzentrale Hagen e.V. und
    Mitglied der Arbeitsgruppe im bagfa-Inklusionsprojekt
  • Hubert Hüppe, ehem. Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen und Mitglied im Beirat des bagfa-Inklusionsprojekts
  • Alexander Westheide, Aktion Mensch e.V. und Mitglied im Beirat des bagfa-Inklusionsprojekts

Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für den schönen und inspirierenden Abschluss!