Einer für alle! – Freiwilligentag inklusiv in Kassel



Am 04.07.2015 fand zum 14. Mal der Freiwilligentag in Kassel und der Region statt. Den Freiwilligentag stellten wir erstmals unter das Motto „Inklusiv“, um gezielt auf die Thematik aufmerksam zu machen, die teilnehmenden Organisationen zu sensibilisieren und deren Inklusionskompetenzen zu stärken. Der Freiwilligentag inklusiv lädt ein, neue Wege zu gehen. Engagement mit und für Menschen mit Behinderungen, mit und für Flüchtlinge, mit und für soziale Randgruppen sowie sich generationenübergreifend zu engagieren sollte im Fokus unseres langerprobten Freiwilligentages stehen. Wir schaffen ein Erfahrungsfeld für alle Menschen – das war unser Ziel!

Der inklusive Freiwilligentag in Kassel

Projektablauf und Höhepunkte

Gleich zu Beginn wurden in die Projektgruppe Menschen mit Behinderungen und andere Kulturen einbezogen. Diese Gruppe bereitete den Freiwilligentag inhaltlich vor und begleitete ihn bei der Umsetzung. Das Projekte „Einer für alle! Freiwilligentag-inklusiv“ wurde von Anfang an barrierearm gedacht. (Wir wagen noch nicht von Barrierefreiheit zu sprechen!) So fanden auch die erste Infoveranstaltung und der Vorbereitungsworkshop für die Gemeinnützigen im barrierefreien Raum eines unserer Kooperationspartners (www.fab-kassel.de ) statt. Organisationen und Vereine erhielten zum Thema „Inklusion“ im Workshop kleine Impulsvorträge von unseren Inklusionsexperten. Ausgerichtet war der Workshop auf den Schwerpunkt: Einführung in inklusives Denken, Abbau von Engagement-Barrieren, Sensibilisierung für die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen und Migrationshintergrund und die Unterstützung für die Entwicklung erster Ideen von inklusiven Einsatzfeldern. Die Registrierung der einzelnen Projekte in unserer Engagementdatenbank wurde nach barrierefreien Kriterien für die inklusive Einbindung abgefragt. Hier standen einige Rubriken wie zum Beispiel „für Menschen mit Lernschwierigkeiten“ zur Verfügung. Für die Öffentlichkeitsarbeitsmaterialien wurden inkludierende PR-Materialien in verständlicher Sprache/ Braille-Schrift entwickelt und erstellt. Eine professionelle Zeichnerin aus Kassel entwarf explizit für den Freiwilligentag kleine Labels, die im Flyer verwendet wurden, um gleich darauf aufmerksam zu machen, dass das ausgeschriebene Einsatzfeld z.B. für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Ebenso übersetzte eine freiberufliche Mitarbeiterin von „Mensch zuerst“ die vielen Projekte in ein leicht verständliche Sprache. So wurde unter anderem der Bau einer Kräuterspirale zu: „Wir bauen ein Kräuterbeet und das sieht aus wie eine Schnecke.“ Höhepunkte am Tag selbst waren das Engagement von Freiwilligen und Flüchtlingsfamilien beim Streichen einer neuen Kleiderkammer oder wie Freiwillige mit Flüchtlingskindern, einem Firmenteam und den Bewohnern in einem integrativen Kinderheim u. a. ein Baumhaus und ein Moossofa bauten. Am Freiwilligentag betätigten sich circa 450 Menschen aller Altersgruppen, teils mit Behinderung teils aus anderen Kulturen bzw. anderer Herkunft. Das Abschlussfest findet immer an unterschiedlichen Orten statt. Bei der Auswahl des Ortes haben wir diesmal besonders auf weitgehende Zugangsfreiheit geachtet. Letzte Barrieren wurden von uns entfernt, z.B. musste eine Rollstuhlrampe her, um auf die Terrasse zu kommen und das Programm mitzuerleben. Hierfür hatten wir einen Förderer, der uns mit Rampen, Technik und Bühne ausstattete. Um alle zum Freiwilligentag einzuladen, fertigten wir Flyer in verständlicher Sprache, Plakate mit Piktogramm „Einer für alle!“ und Fotos an. Die Aktion Mensch war vor Ort und hat einen Filmclip gedreht über das Engagement mit Menschen, egal ob jung oder alt, mit oder ohne Einschränkungen. Begleitet wurde der Filmer zu den ausgewählten Einsatzfeldern von einem Vereinsmitglied, der selbst Rollstuhlfahrer ist. Fotos: Freiwilligenagentur Kassel, alle Rechte vorbehalten