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Worüber wir reden: Haltung und Wissen

Welches Verständnis haben wir von Behinderung? Was verstehen wir unter Inklusion? Schätzen wir Vielfalt und verfolgen wir als Team und als Organisation das Ziel, alle Menschen zu erreichen und dazu einzuladen, im Engagement ihren Eigensinn und ihre Gestaltungskraft in die Gesellschaft einzubringen? Und wie ist es um die Vielfalt in unserem eigenen Team bestellt? Über diese Fragen nachzudenken und persönliche wie auch gemeinsame Sichtweisen, Urteile und Vorurteile zu reflektieren, gehören zur Entwicklung einer inklusiven Haltung.

Und unsere Haltung(en) bilden das Koordinatensystem, nach dem wir unser Handeln im Alltag ausrichten. Als Freiwilligenagentur inklusiver zu werden bedingt also auch, sich persönlich und als Team mit der eigenen Haltung auseinanderzusetzen. Die auf dieser Unterseite zum Thema Haltung zusammengestellten Materialien sind nicht explizit aus dem Handlungsfeld Bürgerschaftliches Engagement oder für dieses Feld entstanden. Aber sie geben Hilfestellung, Anregung und Orientierung bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung – persönlich, im Team oder gemeinsam mit Kooperationspartnern.

Keine Haltung ohne Wissen!

Sich Wissen zu Behinderung und Inklusion anzueignen, ist eine wichtige Dimension der Entwicklung einer inklusiven Haltung. Auf dieser Seite finden Sie hierfür im Bereich Behinderung und Inklusion – Materialien für den Einstieg einige Grundlagendokumente, (wissenschaftliche) Beiträge und Videomaterial, die Ihnen einen Einstieg in diese Themenfelder zeigen. Materialien zum Thema Haltung finden Sie im Bereich Haltung reflektieren, Haltung entwickeln – Materialien für die Prozessgestaltung weiter unten auf dieser Seite.
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Behinderung und Inklusion - Materialien für den Einstieg

Inklusion ist Menschenrecht – die UN-Behindertenrechtskonvention
Der Begriff „Inklusion“ wurde 2009 mit dem Inkrafttreten des „Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen“ (UN-Behindertenrechtskonvention) einer breiten Masse bekannt. Vertragsstaaten wie die Bundesrepublik Deutschland verpflichten sich dazu, die Bedingungen dafür herzustellen, dass Menschen mit Behinderungen ebenso gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen leben teilhaben können, wie Menschen ohne Behinderungen. Die Konvention stellt die Pflichten der Staaten heraus, die für Menschen mit Behinderungen bestehenden Menschenrechte zu gewährleisten und konkrete Maßnahmen dafür zu ergreifen.
Hier können Sie die UN-Behindertenrechtskonvention in Schwerer Sprache und in Leichter Sprache herunterladen:

Ein Beitrag zur Inklusionsdebatte

Einen Beitrag zur Debatte um Inklusion hat Prof. Dr. Andreas Hinz, Inklusionspädagoge an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, veröffentlicht. Unter dem Titel „Aktuelle Erträge der Debatte um Inklusion – worin besteht der ‚Mehrwert’ gegenüber Integration?“ formuliert er neben einer  Annäherung an den Inklusionsbegriff  in drei Thesen Konsequenzen für einen systemischen Wandel in der Gesellschaft.

Hier können Sie den Beitrag herunterladen:

Zum Begriff und Verständnis von Behinderung
Behinderung wird in der UN-Behindertenrechtskonvention als ein Zustand beschrieben, der aus der Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren entsteht, die sie an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern. Demnach ist  Behinderung  die Folge eines Zusammenspiels zwischen einer Person und ihrer Umwelt. Behinderungen und Barrieren für die selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe entstehen dann, wenn die Umgebung Anforderungen stellt, die eine Person mit ihren Fähigkeiten, Bedürfnissen und ihren Begrenzungen nicht erfüllen kann. Man spricht hier von dem „sozialen Modell“ von Behinderung.
In ihrem Beitrag Disability Studies: individuelles, soziales und/oder kulturelles Modell von Behinderung? skizziert und diskutiert Prof. Dr. Anne Waldschmidt, Professorin für Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies an der Universität Köln die drei im Titel genannten Modelle von Behinderung.
Hier können Sie den Beitrag herunterladen:

Die Rolle der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen für Inklusion

Die Selbstvertretung von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen spielte bei den Verhandlungen zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und eine entscheidende Rolle. Auch der Perspektivwechsel in der Wahrnehmung von Behinderung ist das Resultat jahrzehntelangen politischen Engagements von Menschen mit Behinderungen für gleiche Rechte, Selbstbestimmung und Teilhabe.

Seit den 70er Jahren haben sich Menschen mit Behinderungen zunehmend in einer Bewegung für Teilhabe und Selbstbestimmung selbst organisiert. In den 90er Jahren gründeten sich aus der Bewegung immer professionellere Strukturen der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen. Zwei der bekanntesten Selbstvertretungen in Hinblick auf das Thema Inklusion und Selbtsbestimmung sind:

Im Dezember 2015 haben sich elf bundesweit aktive Selbstvertretungs-Organisationen behinderter Menschen in Berlin zur „LIGA Selbstvertretung – DPO Deutschland“ zusammengeschlossen. Das Aktionsbündnis fordert, dass im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention behinderte Menschen und ihre Organisationen im Mittelpunkt der Weiterentwicklung der Behindertenpolitik stehen müssen.

Die Entstehung, Entwicklung und Erfolge der Behindertenbewegung und der daraus entstandenen Strukturen der Selbstvertretung zeigt das Buch „Wegweiser Behindertenbewegung“ von Prof. Dr. Swantje Köbsell, Professorin für Diability Studies an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin und Mitglied des Beirats im bagfa-Inklusionsprojekt, auf.

Eine Form der Alltagsdiskriminierung, der Menschen mit Behinderungen begegnen, ist „Ableismus“. Der Begriff beschreibt die Reduktion eines Menschen auf seine Beeinträchtigung, die entweder mit einer Abwertung oder aber mit einer Aufwertung der Person einher geht. Mit einer Broschüre zum Thema Ableismus möchte die Interessenvertretung SelbstbestimmtLeben in Deutschland e.V. – ISL eine breite Öffentlichkeit über das Konzept und die Mechanismen des Ableismus aufklären.

Laden Sie sich die Broschüre hier herunter:

Haltung reflektieren, Haltung entwickeln - Materialien für die Prozessgestaltung

Für den Einstieg in das Entwicklungsfeld inklusive Haltung möchten wir Ihnen die Lektüre des Artikels „Inklusion – Wie hältst du´s mit der Haltung?“ empfehlen, der von einem Autor/innenkollektiv des Arbeitskreises Inklusion der GEW verfasst wurde.

Laden Sie sich den Beitrag hier herunter:

Digitale Methodensammlung für den Einstieg in die Themen Behinderung, Inklusion, Teilhabe

Das Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V. hat im Rahmen des Projekts „Der Vielfalt gerecht werden. Diversity in Ausbildung und Beruf“eine digitale Methodensammlung für die praktische Bildungsarbeit zu einem diskriminierungsbewussten Diversityansatz erarbeitet und für die Anwendung in der Praxis veröffentlicht.

Dazu zählt für das Thema Behinderung eine Sammlung von 15 Methoden und Übungen, die z.B. für gemeinsame Reflektionsprozesse im Team zu diesem Themenfeld angewendet werden können. Aufgeteilt in Übungen für den Einstieg, Übungen für die Vertiefung sowie für den Abschluss – die Annäherung an den Inklusionsbegriff – können die Methoden je nach Bedarf einzeln heruntergeladen und zusammengestellt werden. Beigefügte Materialanhänge enthalten z.B. Übungsblätter oder Informationen, die für die Durchführung benötigt werden. Teilweise werden Varianten in Einfacher Sprache angeboten.

Klicken Sie hier um zur Methodensammlung zu gelangen.

Für einen ersten Eindruck, laden Sie sich hier die Methode Einstieg „Definition von Behinderung“ herunter:

In einem mehrjährigen Prozess hat die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft in Zusammenarbeit mit Mitarbeiter/innen aus Kommunen und vielen anderen Akteur/innen insgesamt drei Handbücher erarbeitet und veröffentlicht, die als Impulsgeber und Begleiter bei der Initiierung und Gestaltung inklusiver Prozesse in Kommunen gelesen und angewendet werden können:

Das Praxishandbuch „Inklusion vor Ort. Der kommunale Index für Inklusion“, enthält eine Reihe von Fragen und Vorschläge für Methoden für die Auseinandersetzung mit Inklusion und für die Entwicklung einer eigenen Leitidee.

Die Trainingshandbuch „Inklusion auf dem Weg. Das Trainingshandbuch zur Prozessbegleitung“ enthält ein in der Praxis entwickeltes Fortbildungskonzept mit verschiedenen Modulen und Arbeitsblättern für eine inklusive Qualifizierung von Prozessbegleiter/innen.

Das Erfahrungshandbuch „Inklusion ist machbar! Das Erfahrungshandbuch aus der kommunalen Praxis“ dokumentiert die Erfahrungen aus rund 30 Kommunen und Regionen, die vor Ort inklusive Prozesse gestalten und Inklusion (er)leben.

Die folgenden drei PDF-Dokumente sind Leseproben, die Ihnen einen „Blick ins Buch“ gewähren und erste Anregungen für den Beginn und die Fortführung Ihrer Auseinandersetzung mit Inklusion  geben können. Wenn Sie mit den Handbüchern arbeiten möchten, gelangen Sie mit einem Klick auf die Buchtitel zu Informationen zu den Bestellmöglichkeiten.

 

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Für eine breite Beteiligung am Entstehungsprozess des Handbuchs „Kommunaler Index für Inklusion“ hat die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft das „Arbeitsbuch – Kommunaler Index für inklusion“ veröffentlicht. Es enthält einen umfangreichen Fragenkatalog (Index), der in die drei inhaltlichen Bereiche Kultur, Strukturen und Praktiken unterteilt ist. Zudem enthält es eine kurze Einführung in den Inklusionsbegriff.

Laden Sie sich hier das Arbeitsbuch herunter: