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Mit wem was machen? Kooperationen, Partner und Netzwerke inklusiv gestalten

Wer kann sich wie einbringen vor Ort? Wie können Bündnisse und Kooperationen für Engagement und eine lebendige Bürgergesellschaft aussehen? Freiwilligenagenturen setzen sich ohnehin mit dieser Frage auseinander – und sind beim Knüpfen von Kontakten sehr erfolgreich. Diese Kernkompetenz können sie sehr gut einsetzen, wenn sie inklusiver werden und das Netzwerk erweitern möchten. Unsere Gedankenlandkarte bietet Hinweise, welche Partner, Personen und Organisationen wichtig sein können, um Menschen mit Behinderungen für ein Engagement zu gewinnen und gemeinsam gute Rahmenbedingungen zu schaffen.

Vorschläge für gemeinsame inklusive Aktionen und Projekte mit Ihren (neuen) Kooperationspartnern finden Sie im Leitfaden „Teilhabe möglich machen. Freiwilligenagenturen und Inklusion“ auf den Seiten 31-37.

Unternehmen

10. Stadt und Zivilgesellschaft haben Sie klargemacht, um Kooperanden für Ihre inklusiven Ideen zu finden. Doch da gibt es doch noch einen dritten starken Partner…? Genau: die Unternehmen in Ihrer Stadt! Als Freiwilligenagentur wissen Sie: So manche Firma unterstützt das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit selbst organisierten gemeinnützigen Tagen oder mit der Beteiligung an lokalen Social Days. Doch anstatt zum x-ten Mal das Wohnheim zu streichen: Wie wäre es, wenn die Belegschaft sich zu diesen Gelegenheiten einmal gemeinsam mit den behinderten Bewohnerinnen und Bewohnern für Dritte engagiert? Inklusiver Einsatz „en masse“ – und die Sache kann mit einem Mal unverhofft breite Kreise ziehen!

Freiwilligenagentur

Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen

Planen Sie beispielsweise einen Info-Abend mit den Nutzer/innen des nächstgelegenen Wohnangebots für Menschen mit Behinderungen in Ihrer Nachbarschaft und informieren Sie über die Möglichkeiten und Vorteile des Engagements. Denn so etwas war schon oft der Beginn einer wunderbaren Freundschaft - und der Startschuss für das inklusive Leben einer Freiwilligenagentur.

Wohnbeiräte

Knüpfen Sie dabei gleich auch den Kontakt zum Wohnbeirat, dem zentralen Mitwirkungsgremium in dem Wohnangebot – denn auf den Rat und die Unterstützung dieser Interessenvertreter/innen, die die Bewohner/innen aus ihrer Mitte gewählt haben, kann kein inklusives Projekt verzichten.

Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM)

Werkstätten und Engagement, Arbeit und Freiwilligkeit: Geht das zusammen? Aber ja! Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) haben so genannte Begleitende Dienste, die über die Arbeit hinausgehende, „ganzheitlichere“ oder kreative Angebote für ihre Mitarbeiter/innen bereithalten – oft sogar eine ganze Palette. Und wenn unter diesen Angeboten nun auch ein freiwilliges Engagement wäre? Es lohnt sich, das mal gemeinsam anzutesten…

Werkstatträte

…und hierbei auch wieder gleich die gewählte Interessenvertretung der WfbM-Mitarbeiter/innen einzubeziehen: den Werkstattrat.

Weitere Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

Wohnstätten und Werkstätten sind nicht die einzigen Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, auf die Sie zugehen können. Auch Freizeit- und ambulante Dienste, Tagesförderstätten, Schulen mit Förderschwerpunkten oder Tageskliniken sind gute Partner, um Menschen mit Behinderungen zu treffen und sie für ein Engagement zu begeistern. Und ein wichtiger Tipp: Denken Sie dabei neben den großen Trägern wie Diakonie und Caritas, Lebenshilfe, AWO oder ASB auch an kleinere Initiativen, z.B. den inklusiven örtlichen Freizeitclub oder die Rollstuhlbasket-Gruppe, die sich gerade gegründet hat. Hilfreich für Ihre Recherche neuer Kontaktmöglichkeiten bei Ihnen vor Ort ist der Familienratgeber von Aktion Mensch e.V.: www.familienratgeber.de

Beratungsstellen für Menschen mit Behinderungen (EUTB)

Das neue Bundesteilhabegesetz BTHG sieht auch ein neues Beratungsangebot vor: die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB). Seit Januar 2018 wird ein Netzwerk von rund 400 Anlaufstellen aufgebaut, die Menschen mit Behinderungen unabhängig und oftmals im Peer Counseling-Verfahren über ihre Teilhabe-Möglichkeiten aufklären soll. Und Engagement ist Teilhabe. Wenn es also eine solche Beratungsstelle gibt in Ihrer Stadt, sollte sie von den inklusiven Angeboten Ihrer Freiwilligenagentur erfahren! Hilfreich für Ihre Recherche der nächstgelegenen EUTB-Beratungsstelle: www.teilhabeberatung.de

Selbstvertretungsorganisationen und regionale Gruppen der Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen

Neben den Hilfe-Systemen, d.h. den Diensten und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, gibt es selbstverständlich auch zahlreiche Selbsthilfe-Organisationen von Menschen mit Behinderungen oder mit chronischen Erkrankungen, die Sie als potenzielle Partner ansprechen können. Hilfreich für Ihre Recherche: www.nakos.de/adressen, www.bag-selbsthilfe.de

Beauftragte oder Beiräte für die Belange von Menschen mit Behinderungen oder

Es bleibt noch viel zu tun, um die Interessen von Menschen mit Behinderungen in der Stadtplanung und im öffentlichen Leben zu verankern – in vielen Kommunen sind daher Behindertenbeauftragte oder gewählte Beiräte für die Belange behinderter Menschen aktiv. Auch bei Ihnen vor Ort? Dann nehmen Sie Kontakt auf! Denn diese lokalen politischen Interessenvertretungen für die Inklusion sind natürliche Bündnispartner, wenn barrierefreie Engagementmöglichkeiten zur Selbstverständlichkeit in Ihrer Stadt werden sollen.

Inklusionsbüros

…und manche Kommunen haben bereits weitere Schritte gemacht, „Aktionspläne Inklusion“ beschlossen und Inklusionsbüros eröffnet, die sich um die praktische Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf lokaler Ebene bemühen. Es geht ihnen um die schulische Inklusion, um die inklusive Ausrichtung der Verwaltung – aber auch: um die Inklusion in allen Bereichen des Zusammenlebens in der Kommune! Also: nichts wie hin, einfach mal sich vorstellen, wenn es solche Büros bei Ihnen gibt!

Unternehmen

Stadt und Zivilgesellschaft haben Sie klargemacht, um Kooperanden für Ihre inklusiven Ideen zu finden. Ein weiterer Partner für inklusives Engagement können die Unternehmen vor Ort sein. Als Freiwilligenagentur wissen Sie: So manche Firma unterstützt das Engagement der Mitarbeiter/innen mit selbst organisierten gemeinnützigen Tagen oder mit der Beteiligung an lokalen Social Days. Doch anstatt zum x-ten Mal die Räume in einem Wohnangebot für Menschen mit Behinderungen zu streichen: Wie wäre es, wenn die Belegschaft sich zu diesen Gelegenheiten einmal gemeinsam mit den Bewohner/innen für Dritte engagiert? Inklusiver Einsatz „en masse“ – und die Sache kann mit einem Mal unverhofft breite Kreise ziehen!

Medien

Tu‘ Inklusives und rede darüber: Ob Radio, Zeitung oder Internet-Magazin – die meisten Journalisten vor Ort freuen sich über spannende Stories über ungewöhnliche Menschen mit interessanten Projekten. Warten Sie nicht, bis Sie und die neuen Engagierten Ihrer Agentur „entdeckt“ werden, sondern bieten Sie den Medien Ihre Erlebnisse, Erfolge und Geschichten aus dem inklusiven Engagement aktiv an…

Menschen mit Behinderungen, "die es schon machen"

…denn je mehr Menschen mit Behinderung sehen und hören, dass es geht, je näher liegt der Gedanke, es auch selbst einmal zu versuchen mit dem Engagement. Auch unser letzter Kooperationstipp ist daher einfach und effektiv: Binden Sie Menschen mit Behinderungen, die „es schon machen“, in Ihre Werbung für das inklusive Engagement ein. Bitten Sie sie um Mundpropaganda, porträtieren Sie sie auf Ihren Flyern und präsentieren Sie mit ihnen zusammen auf der nächsten Bürgerversammlung. Nichts ist überzeugender als eine persönliche Erfahrung!

 

Die Tipps für Kooperationen, Partner und inklusive Netzwerkarbeit auf einen Blick


Wer kann sich wie einbringen vor Ort? Wie können Bündnisse und
Kooperationen für Engagement und eine lebendige Bürgergesellschaft
aussehen? Freiwilligenagenturen setzen sich ohnehin mit dieser Frage
auseinander – und sind beim Knüpfen von Kontakten sehr erfolgreich.
Diese Kernkompetenz können sie sehr gut einsetzen, wenn sie inklusiver
werden und das Netzwerk erweitern möchten. Unsere Gedankenlandkarte
bietet Hinweise, welche Partner, Personen und Organisationen wichtig
sein können, um Menschen mit Behinderungen für ein Engagement
zugewinnen und gemeinsam gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Tipps
für Kooperationen, Partner und inklusive Netzwerkarbeit auf einen Blick:

 

  1. Planen Sie beispielsweise einen Info-Abend in dem benachbarten Wohnangebot für Menschen mit Behinderungen, über die Möglichkeiten und Vorteile des Engagements. Denn so etwas war schon oft der Beginn einer wunderbaren Freundschaft – und der Startschuss für das inklusive Leben einer Freiwilligenagentur.
  2. Knüpfen Sie dabei gleich auch den Kontakt zum Wohnbeirat, dem zentralen Mitwirkungsgremium in den Wohnangeboten – denn auf den Rat und die Unterstützung dieser Interessenvertreter/innen, die die Bewohner/innen aus ihrer Mitte gewählt haben, kann kein inklusives Projekt verzichten.
  3. Werkstätten und Engagement, Arbeit und Freiwilligkeit: Geht das zusammen? Aber ja! Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) haben so genannte Begleitende Dienste, die über die Arbeit hinausgehende, „ganzheitlichere“ oder kreative Angebote für ihre Mitarbeiter/innen bereithalten – oft sogar eine ganze Palette. Und wenn unter diesen Angeboten nun auch ein freiwilliges Engagement wäre? Es lohnt sich, das mal gemeinsam anzutesten…
  4. …und hierbei auch wieder gleich die gewählte Interessenvertretung der WfbM-Mitarbeiter/innen einzubeziehen: den Werkstattrat.
  5. Wohnstätten und Werkstätten sind nicht die einzigen Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, auf die Sie zugehen können. Auch Freizeit- und ambulante Dienste, Tagesförderstätten, Schulen mit Förderschwerpunkten oder Tageskliniken sind gute Partner, um Menschen mit Behinderungen zu treffen und sie für ein Engagement zu begeistern. Und ein wichtiger Tipp: Denken Sie dabei neben den großen Trägern wie Diakonie und Caritas, Lebenshilfe, AWO oder ASB auch an kleinere Initiativen, z.B. den inklusiven örtlichen Freizeitclub oder die Rollstuhlbasket-Gruppe, die sich gerade gegründet hat. Hilfreich für Ihre Recherche: www.familienratgeber.de
  6. Das neue Bundesteilhabegesetz BTHG sieht auch ein neues Beratungsangebot vor: die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB). Seit Januar 2018 wird ein Netzwerk von rund 400 Anlaufstellen aufgebaut, die Menschen mit Behinderungen unabhängig und oftmals im Peer Counseling-Verfahren über ihre Teilhabe-Möglichkeiten aufklären soll. Und Engagement ist gelebte Teilhabe. Wenn es also eine solche Beratungsstelle gibt in Ihrer Stadt, sollte sie von den inklusiven Angeboten Ihrer Freiwilligenagentur erfahren!
    Hilfreich für Ihre Recherche: www.teilhabeberatung.de
  7. Organisationen des Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen und lokale Selbsthilfegruppen sind wichtige Partner in einem inklusiven Netzwerk. Hier engagieren sich Menschen mit Behinderungen für Ihre Rechte und teilen Erfahrungen und Informationen.
    Hilfreich für Ihre Recherche: www.isl-ev.de, www.nakos.de, www.bag-selbsthilfe.de      
  8. Es bleibt noch viel zu tun, um die Interessen von Menschen mit Behinderungen in der Stadtplanung und im öffentlichen Leben zu verankern – in vielen Kommunen sind daher Beauftragte oder gewählte Beiräte für die Belange von Menschen mit Behinderungen aktiv. Auch bei Ihnen vor Ort? Dann nehmen Sie Kontakt auf! Denn diese lokalen politischen Interessenvertretungen für die Inklusion sind natürliche Bündnispartner, wenn barrierefreie Engagementmöglichkeiten zur Selbstverständlichkeit in Ihrer Stadt werden sollen.
  9. Und manche Kommunen haben bereits weitere Schritte gemacht, „Aktionspläne Inklusion“ beschlossen und Inklusionsbüros eröffnet, die sich um die praktische Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf lokaler Ebene bemühen. Es geht ihnen um die schulische Inklusion, um die inklusive Ausrichtung der Verwaltung – aber auch: um die Inklusion in allen Bereichen des Zusammenlebens in der Kommune! Also: nichts wie hin, einfach mal sich vorstellen, wenn es solche Büros bei Ihnen gibt!
  10. Stadt und Zivilgesellschaft haben Sie klargemacht, um Kooperanden für Ihre inklusiven Ideen zu finden. Ein weiterer Partner für Engagement können die Unternehmen vor Ort sein. Als Freiwilligenagentur wissen Sie: So manche Firma unterstützt das Engagement der Mitarbeiter/innen mit selbst organisierten gemeinnützigen Tagen oder mit der Beteiligung an lokalen Social Days. Doch anstatt zum x-ten Mal die Räume in einem Wohnangebot für Menschen mit Behinderungen zu streichen: Wie wäre es, wenn die Belegschaft sich zu diesen Gelegenheiten einmal gemeinsam mit den Bewohner/innen für Dritte engagiert? Inklusiver Einsatz „en masse“ – und die Sache kann mit einem Mal unverhofft breite Kreise ziehen!
  11. Tu‘ Inklusives und rede darüber: Ob Radio, Zeitung oder Internet-Magazin – die meisten Journalisten vor Ort freuen sich über spannende Stories über ungewöhnliche Menschen mit interessanten Projekten. Warten Sie nicht, bis Sie und die neuen Engagierten Ihrer Agentur „entdeckt“ werden, sondern bieten Sie den Medien Ihre Erlebnisse, Erfolge und Geschichten aus dem inklusiven Engagement aktiv an.
  12. Denn je mehr Menschen mit Behinderungen sehen und hören, dass es geht, je näher liegt der Gedanke, es auch selbst einmal zu versuchen mit dem Engagement. Auch unser letzter Kooperationstipp ist daher einfach und effektiv: Binden Sie Menschen mit Behinderungen, die „es schon machen“, in Ihre Werbung für das inklusive Engagement ein. Bitten Sie sie um Mundpropaganda, porträtieren Sie sie auf Ihren Flyern und präsentieren Sie mit ihnen zusammen auf der nächsten Bürgerversammlung. Nichts ist überzeugender als eine persönliche Erfahrung! Hilfreich für Ihre Recherche: www.isl-ev.de