Inklusionsprojekt auf Tour

Unterschiedlicher hätten die Termine kaum sein können, zu denen die bagfa eingeladen wurde, über das neue Inklusionsprojekt „Sensibilisieren, Qualifizieren und Begleiten: Freiwilligenagenturen als Anlauf- und Netzwerkstellen für inklusives Engagement weiterentwickeln“ zu berichten: eine Projekt- Abschlussveranstaltung in Hamburg, eine politische Arbeitsgruppe in Berlin und ein „Open Transfer Camp“ in Dortmund – das Thema Inklusion und Engagement wird zurzeit auf vielen Ebenen diskutiert.

Bereits Ende Januar war der bundesweite Blick der bagfa auf Inklusion und Freiwilligenagenturen bei der Abschlussveranstaltung des Diakonie-Projektes „Selbstverständlich Freiwillig“ in Hamburg gefragt. „Freiwilligenagenturen sind stärkenorientiert, schauen gemeinsam mit ihren Beratungsnehmerinnen und -nehmern immer zunächst auf das, was jemand mitbringt und nicht auf das, was er nicht kann. Das passt zu der Idee der Inklusion Verschiedenheit als neue Norm zu sehen“, sagte Henning Baden, Projektleiter des bagfa-Inklusionsprojekts.

Podfiumsgespräch Abschluss Selbstverständlich Freiwillig

Mit „Selbstverständlich Freiwillig“ geht nach drei Jahren ein sehr erfolgreiches Projekt zu Ende, in dem der Schwerpunkt darauf lag, Menschen mit Lernschwierigkeiten Zugänge zum freiwilligen Engagement zu eröffnen.  Das Projekt hat auch wertvolle Impulse für Freiwilligenagenturen und die bagfa geliefert. Der wichtigste dabei sicherlich: Engagement von Menschen mit Lernschwierigkeiten funktioniert!  Die zahlreichen dokumentierten Praxisbeispiele machen Mut zur Nachahmung, die Beratungsmaterialien in leichter Sprache haben Maßstäbe gesetzt. Eine Stärke des Projekts sind auch die klar benannten Herausforderungen: schwierig ist immer noch Assistenz und Mobilität und deren Finanzierung.

Inklusion und Engagement war auch Thema im Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement im Deutschen Bundestag. Im Vorfeld zu diesem Ausschuss tagte die Arbeitsgemeinschaft Bürgerschaftliches Engagement der SPD Bundestagsfraktion – sie versteht sich als Multiplikator innerhalb und außerhalb der Fraktion und als Plattform für den Informations- und Interessenaustausch von Zivilgesellschaft und Politik. Hier war die bagfa zur Vorstellung des Inklusionsprojektes eingeladen, um gemeinsam mit den Parlamentarierinnen und zivilgesellschaftlichen Organisationen über Rahmenbedingungen zu diskutieren, wie Engagement von Menschen mit Behinderungen gelingen kann. Auf besonderes Interesse stießen die geplanten Qualifizierungsangebote der bagfa an die Freiwilligenagenturen und deren Verbreitung über die Netzwerke der Agenturen.

Blick auf die Teilnehmende des openTransfer Camps Inklusion in Dortmund

Beim Open-Transfer-Camp von Stiftung Bürgermut und Aktion Mensch in Dortmund stand dann die Diskussion über die geplanten Fortbildungsinhalte im Projekt im Vordergrund. Die offene Form mit nur kurzen Input-Vorträgen begünstigte den Austausch der Teilnehmenden dabei sehr. So diskutierten wir die Fragen nach Erstgesprächen mit Menschen mit Lernschwierigkeiten, in welchen Themenbereich des Engagements Inklusion heute schon „klappt“ und was für das bagfa-Projekt daraus abgeleitet werden kann.

Hintergrund: Mit Unterstützung der Stiftung Deutsche Behindertenhilfe sensibilisiert die bagfa in einem fünfjährigen Projekt (Start: 01.09.2014) lokale Freiwilligenagenturen deutschlandweit für Inklusionsprozesse und qualifiziert sie als Netzwerkstellen.

Fotos:
Abschluss „Selbstverständlich Freiwillig“: Arndt Streckwall, Evangelische Stiftung Alsterdorf
Open Transfer Camp: Andi Weiland