Beirat des bagfa-Inklusionsprojektes trifft sich zur zweiten Sitzung

Der Beirat des bagfa-Inklusionsprojektes ist zu einem Gruppenfoto versammeltKnapp ein Jahr nachdem der Beirat des bagfa-Inklusionsprojektes zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen war, trafen sich acht der insgesamt zehn Beiratsmitglieder am 25.02. in den Räumlichkeiten der  Bundesvereinigung Lebenshilfe in Berlin, um über die Fortschritte und Herausforderungen im Inklusionsprojekt zu diskutieren. Der Verlauf des Projekts wurde insgesamt als sehr positiv bewertet. Viel sei geschafft worden in  den ersten eineinhalb Jahren. Nun gelte es, den Schwung des Projektes auch für die im April erstmalig stattfindende Fortbildungsreihe und das Vernetzungstreffen der Freiwilligenagenturen im Juni zu nutzen und noch mehr Agenturen davon zu überzeugen, ihre Arbeit inklusiv umzugestalten. Es sei auch weiterhin wichtig, bei den Referierenden der einzelnen Veranstaltungen darauf zu achten, dass Menschen mit Behinderungen einbezogen würden, um zum Perspektivwechsel beizutragen.

Hauptthema der Beiratssitzung war die im April erscheindende bagfa-Analyse „Im Spiegel der Freiwilligenagenturen: Lust auf Verschiedenheit –Inklusionsprozesse gestalten“, in der auf Basis einer Umfrage der bagfa zu Freiwilligenagenturen und Inklusion Gelingensbedingungen für inklusives Engagment herausgearbeit und verschiedene Rollen für Freiwilligenagenturen in der inklusiven Kommune der Zukunft angeregt werden.
Generell riet der Beirat hier dazu, häufiger die Idee „Freiwilligenagentur für alle“ zu formulieren anstatt von der Einbeziehung verschiedener, exkludierter Gruppen zu sprechen.

Der Beirat merkte auch an, die „Talenteorientierung“ noch stärker als bisher herauszustellen. Es fehle vor Ort häufig der Ansatz, sich ein Stück weit von einem „Katalog“ von Engagementangeboten zu trennen auf die Kompetenzen und daraus erwachsenden Engagementmöglichkeiten zu schauen, was allerdings erheblich zum Gelingen von inklusivem freiwilligen Engagement beitragen könnte.

Mirko Schwärzel vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliche Engagement (BBE) lenkte in einem Gastvortrag den Blick des Beirats auf inklusives Engagement außerhalb Deutschlands. Das Thema werde in europäischen Bezügen nicht sehr breit diskutiert, so sein Fazit. Grund dafür könnte sein, dass die Themen Arbeitsmarkt und Schule etc. „dickere Bretter“ seien. Es gelte den Vorteil von Engagement herauszustellen, nicht über so viele Rahmenbedingungen zu verfügen und Inklusion somit leichter zugänglich zu sein. Zum internationalen inklusiven Engagement plant die bagfa eine weitere Analyse, die im Herbst 2016 erscheinen wird.

Dem jährlich tagenden Beirat gehören an (v.l.n.r.): Alexander Westheide (Aktion Mensch e.V.), Ottmar Miles-Paul (Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter e.V.), Prof. Dr. Swantje Köbsell (Alice-Salomon-Hochschule), Hans Lucas (bagfa e.V.), Wolfram Giese (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Volker Langguth-Wasem (BAG Selbsthilfe), Ursula Frenz (Städtetag Baden-Württemberg) und Adina Hermann (Sozialhelden e.V.).

Nicht abgebildet: Dr. Nicole Schmidt (Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg e.V) und Hubert Hüppe (Mitglied des Bundestags)