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Barrieren-Check für Freiwilligenagenturen

Teilhabebarrieren entstehen immer dann, wenn Menschen mit Behinderungen an der selbstverständlichen Nutzung von Angeboten gehindert werden, die für Menschen ohne Behinderungen problemlos nutzbar sind. Freiwilligenagenturen möchten allen Menschen den barrierefreien Zugang zu freiwilligem Engagement ermöglichen. Dazu ist es hilfreich, zunächst den Blick nach innen zu werfen und die Gegebenheiten in der eigenen Freiwilligenagentur zu überprüfen: Wie ist es um die Barrierefreiheit in unseren Räumlichkeiten bestellt? Sind wir gut zu erreichen? Und sind wir auf unterschiedliche Bedürfnisse bei der Engagementberatung eingestellt? Mit dem Barrieren-Check möchten wir Ihnen ein Instrument an die Hand geben, mit dem Sie sich ein Bild verschaffen können, wie barrierefrei Ihre Freiwilligenagentur oder auch Einsatzstellen, mit denen Sie zusammenarbeiten, für Besucher/innen, Freiwillige als auch für Mitarbeiter/innen ist. Dabei ist klar: Barrierefreiheit macht vielen Menschen das Leben einfacher und ist die Voraussetzung dafür, dass alle mittendrin sein und teilhaben können.

Eine kurze Gebrauchsanweisung:

In der Praxis hat sich „Hinkommen, Reinkommen, Klarkommen“ als Kurzformel für Barrierefreiheit als nützlich erwiesen. Die Formel macht deutlich, dass die Barrierefreiheit eines Ortes nicht erst an der Eingangstür beginnt, sondern z.B. bereits den Weg zu Ihrer Agentur mit einschließt. Die Checkliste orientiert sich im Aufbau an der Kurzformel und ist zudem auf Kriterien reduziert, die Gegebenheiten in Freiwilligenagenturen entsprechen. Damit ist klar, dass der Barrieren-Check keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Wenn Sie einzelne Bereiche wie z.B. die barrierefreie Veranstaltungsplanung oder die barrierefreie Gesaltung von Produkten der Öffentlichkeitsarbeit vertiefen möchten, finden Sie detaillierte Checklisten und Handreichungen  in der Materialsammlung „Öffentlichkeitsarbeit mit der Aussicht alle zu erreichen“.

Der Barrieren-Check für Freiwilligenagenturen umfasst vier Bereiche:

  1. Erreichbarkeit
  2. Orientierung und Mobilität
  3. Information und Beratung
  4. Arbeitsplatz

Dieser Aufbau soll es Ihnen ermöglichen, Ihre Freiwilligenagentur  von der Erreichbarkeit bis hin zur Eignung als Arbeitsplatz mit einer „Barrieren-Brille“ neu zu erkunden und kennenzulernen. Mit den von uns gewählten Optionen für die Dokumentation Ihrer Ergebnisse in der Checkliste in den Kategorien „trifft zu“, „trifft nicht zu“ und „nicht relevant“ tragen wir dem Umstand Rechnung, dass einige der abgefragten Merkmale in Ergänzung zueinander stehen. An einem Beispiel: Befindet sich Ihre Agentur im Erdgeschoss mit ebenerdigem, schwellenlosem Eingang, ist das Vorhandensein eines Aufzugs kein Kriterium, das zusätzlich Aufschluss über den barrierefreien Zugang gibt, damit also „nicht relevant“. In einem vierten Feld haben Sie die Möglichkeit, sich kurze Notizen zu machen.

 

Der Barrieren-Check zum Herunterladen:

Barrierefreiheit - Was bedeutet das?

Was bedeutet Barrierefreiheit? Diese Frage ist nicht in zwei Sätzen zu beantworten. Denn es ist von Mensch zu Mensch verschieden, was im Alltag eine Barriere darstellen kann.

Im Glossar der Bundesfachstelle Barrierefreiheit heißt es zu Barrierefreiheit:

„Der Begriff Barrierefreiheit wird in Deutschland nicht einheitlich verwendet. Nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) spricht man von Barrierefreiheit, wenn Menschen mit und ohne Behinderung eine von Menschen gestaltete Umwelt gleichermaßen nutzen können. In diesem Sinne bedeutet Barrierefreiheit eine allgemeine Gestaltung für einen unbestimmten Personenkreis.

Da es nur um Gestaltungen geht, die der Mensch vornimmt, bezieht sich Barrierefreiheit zum Beispiel nicht auf die Natur, die bewusst unberührt bleiben soll. Von Barrierefreiheit spricht man zum Teil auch dann, wenn man individuelle Barrieren abbauen möchte und diese auf eine bestimmte Person bezogen sind – also auf bekannte Nutzerinnen und Nutzer. Auch den Abbau von Vorurteilen zählt man teilweise zum Begriff Barrierefreiheit.“

Die von Aktion Mensch e.V. veröffentlichte Broschüre „Jede Barriere ist eine zu viel“ beleuchtet verschiedene Aspekte von Barrierefreiheit anhand der Themenfelder Arbeit, Bildung, Wohnen und Freizeit. Sie wurde in Schwerer Sprache und in Leichter Sprache veröffentlicht.

Beide Broschüren können Sie hier herunterladen:

Barrierefreiheit herstellen

Eine umfangreiche Sammlung an Praxishilfen in Form von Informationen, Handreichungen und Empfehlungen zur Umsetzung von Barrierefreiheit im Bereich der Veranstaltungsplanung, Gestaltung von Arbeitsstätten, Kommunikation, etc. hat die Bundesfachstelle Barrierefreiheit auf ihrer Website veröffentlicht.

Auf der Seite www.wheelmap.org des Sozialhelden e.V. kann die Wheelramp bestellt werden – eine klappbare mobile Rampe, mit der ohne bauliche Veränderungen ein bis zwei Stufen überbrückt werden können.

Aktion Mensch e.V. hat eine in verschiedene Bereiche gegliederte Linksammlung zum Thema Barrierefreiheit auf ihrer Website veröffentlicht.

Auf der Website „Einfach für alle“ bietet Aktion Mensch e.V. zudem ein breites Informationsangebot rund um barrierefreie Webangebote an – von Erläuterungen der Grundlagen und Regelungen (Rubrik „Verstehen„) über ganz konkrete Praxishilfen, wie z.B. Anleitungen für die Gestaltung barrierefreier PDF-Dokumente (Rubrik „Umsetzen“) bis zu einem Test, mit dem Sie die Barrierefreiheit Ihrer Website checken können (Rubrik „Mitmachen“)

Die Stiftung „barrierefrei kommunizieren!“ führt eine Online-Datenbank über technische Hilfsmittel, die Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen aufgrund von Krankheit oder Alter bei der Nutzung von Computer, Internet, Tablets und Smartphones unterstützen. Das Angebot geht von A wie Augensteuerung bis W wie Webdesign.