Zurück zur Natur



Mit jungen Menschen aus der Förderschule Hansastraße – Förderschwerpunkt geistige Entwicklung – in Gelsenkirchen-Bulmke wurde in der Zeit von Februar 2011 bis Juli 2014 das Projekt mit dem Titel: „Zurück zur Natur“ durchgeführt.

Dieses Miterleben von Erhalt und Schutz der Natur durch die eigene Arbeit vermittelte den Schülerinnen und Schülern ein großes Erfolgserlebnis, was auch zur Steigerung des eigenen Selbstwertgefühls beitrug. Die Zusammenarbeit mit den Freiwilligen der Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen und die eigene Sprachförderung waren weitere wesentliche Elemente, die zum Erfolg des Projekts beitrugen.

Kooperationspartner im Projekt waren:

  • der städt. Förderschule Hansastraße
  • der Diakonie/Arbeit und Bildung
  • der Waldjugend Gelsenkirchen
  • dem Agenda-21-Büro
  • dem Kleingartenverein Erlenkamp

Durch die Kooperation mit den verschiedenen ehrenamtlichen Organisationen lernten die Schülerinnen und Schüler, soziale Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen. Außerdem erhielten einzelne Schülerinnen und Schüler erste berufliche Orientierungshilfen im Garten- und Landschaftsbau.

Projektablauf und Höhepunkte

In dem schuleigenen Schrebergarten im Bulmker Park an der Florastraße wurde als erstes ein „Insektenhotel“ gebaut, das jetzt zu Beobachtungszwecken der Schule zur Verfügung steht. Das Insektenhotel bietet Insekten wie Wildbienen, Hummeln, Ohrwürmern oder verschiedenen Fliegen eine Möglichkeit, ihre Eier abzulegen und sich darin niederzulassen.

Schon nach relativ kurzer Zeit konnte man diesen Prozess beobachten und Veränderungen wahrnehmen.

Die Schülerinnen und Schüler der Förderschule übten sich im Umgang mit Werkzeugen und Geräten. Es wurde darauf geachtet, dass jeder seinen Fähigkeiten und Interessen entsprechend eingesetzt wurde. Neben den handwerklichen Fähigkeiten wurde den Teilnehmern des Projekts auch Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt vermittelt.

Ausgehend von ökologischen Grundgedanken ließ sich der Schulgarten neben den bereits bestehenden Angeboten wie Hochbeeten, Sträuchern und Pflanzmöglichkeiten weiter ausbauen. So wurden zum Beispiel Naturzäune aus Haselnuss, Weide und anfallendem Schnittholz angelegt. Diese Zäune ließen sich von den Schülerinnen und Schüler der Förderschule gut anlegen, da wiederum jeder bei seinen Fähigkeiten abgeholt werden konnte, z. B. indem geschnittene Zweige oder Äste auf eine bestimmte Länge geschnitten wurden und dann in vorgefertigten Vorrichtungen (Hölzer) eingelegt werden konnten.

Die so entstandenen Zäune können, da sie immer wegtrocknen, von Jahr zu Jahr nachbearbeitet werden. Sie bieten Kleintieren wie Mäusen oder Igeln Rückzugs- bzw. Überwinterungsmöglichkeiten. Weiterhin sind sie aber auch für den Garten ein Windschutz.

Hinter dem Gartenhaus des Kleingartens konnte ein „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne“ angelegt werden. Die einzelnen Stationen wurden in Kästen (ca. 70×70 cm) fertig gestellt und können nun sowohl im Garten genutzt werden als auch mobil transportiert werden, um bei verschiedensten Anlässen (Schulfeste usw.) zum Einsatz zu kommen.

Als nächstes folgte der Bau eines Wurmkomposters. Mit dem Bau und dem Aufstellen von Kompostkästen erfuhren die Jugendlichen, wie Gartenabfälle, aber auch organische Küchenabfälle zu wertvoller Komposterde verarbeitet werden. Der Wurmhumus ist als organischer Dünger bestens geeignet für Gemüsebeete, Blumentöpfe und Balkonkästen im Schulgarten.

Zum Projektabschluss stand noch der Bau eines Solartrockners an. Der Garten verfügt über mehrere Hochbeete, in denen verschiedenste Gemüsesorten angebaut werden. Außerdem gibt es einige Obstbäume und Beerensträucher. In dem Solartrockner, der an einen sonnigen Platz im Garten aufgestellt wurde, können Früchte, Kräuter, Gewürze, Obst, Pilze, Heilpflanzen, Tee (Minze) usw. getrocknet werden. Die getrockneten Produkte können anschließend im Café der Schule zum Verkauf angeboten werden.

Umgesetzt wurden alle Ideen in Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Personal der Schule und fachpraktisch durch einen Garten- und Landschaftsbauer sowie eine sozialpädagogische Fachkraft begleitet.

Mit dem bisher Geschaffenen können auch zukünftig Schülerinnen und Schüler weiter arbeiten.

Die Finanzierung sämtlicher Sachausgaben konnte über Spenden gedeckt werden. So verzichten z.B. viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung Gelsenkirchen bei der Gehaltszahlung auf den „Centbetrag“ nach dem Komma, was inzwischen ein jährliches Spendenvolumen von rund 1500 Euro ausmacht. Wie die Centspende eingesetzt wird, wird in der stadteigenen Mitarbeiterzeitung vorgestellt und animiert dadurch weitere Kolleginnen und Kollegen, sich der Centspende anzuschließen.