STERNTAUCHER – Engagement von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen



Die Erfahrung zeigt, dass es für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung schwieriger ist, ein passendes Engagement zu finden. Seit 2011 bietet die Freiwilligenagentur Magdeburg Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen unter dem Titel STERNTAUCHER besondere Unterstützung und Begleitung, um ihnen ein freiwilliges Engagement in unterschiedlichen Einsatzfeldern zu erleichtern und dauerhaft zu ermöglichen. Seitdem haben viele Interessierte ein passendes Tätigkeitsfeld gefunden. Der Weg zum Engagement ist nicht immer ganz einfach, aber viele gute Beispiele zeigen, dass Menschen mit Einschränkungen aufgrund einer psychischen Erkrankung eine wertvolle Unterstützung in Einrichtungen sein können. Und dabei tun sie gleichzeitig auch etwas für sich selbst: sie erhalten Struktur und Stabilität für den Tagesablauf, sie erproben neue Tätigkeitsfelder oder sie machen die überaus wertvolle Erfahrung von Wertschätzung und Anerkennung. Das ehrenamtliche Engagement bringt ein Stück “Normalität” in das sonst so „außergewöhnliche“ Leben der Freiwilligen. Einige der Freiwilligen, die über das STERNTAUCHER-Projekt ihren Weg ins Engagement gefunden haben, engagieren sich inzwischen seit fast vier Jahren.

In den Projektjahren 2011-13 ging es vorrangig um die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für das Engagement von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Dazu gehörte auch, Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit psychisch kranken Menschen abzubauen. Das während dieser Zeit entwickelte Beratungs- und Unterstützungskonzept ist inzwischen zu einem festen Angebot der Freiwilligenagentur Magdeburg geworden.

Projektablauf und Höhepunkte

Um Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu motivieren, eine ehrenamtliche Tätigkeit aufzunehmen, sie adäquat zu vermitteln und zu begleiten sowie insgesamt günstige Rahmenbedingungen für das Engagement zu schaffen, arbeitet die Freiwilligenagentur auf verschiedenen Ebenen. Neben der Beratung von Interessierten und der Suche nach geeigneten Tätigkeitsfeldern gehört dazu auch eine intensive Zusammenarbeit mit den Einsatzstellen und den Fachstellen für psychisch kranke Menschen.

Die hier aufgeführten Ansätze sind wichtige Bausteine des Beratungs- und Begleitangebotes für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen:

Engagementberatung und –begleitung

Interessierte werden beraten und in geeignete Tätigkeitsfelder vermittelt. Auf Wunsch ist eine Begleitung zum Erstgespräch in der Einsatzstelle möglich. Während des Engagements wird in regelmäßigen Abständen Kontakt zu den Freiwilligen aufgenommen, um bei ggf. auftretenden Problemen schneller reagieren zu können. Regelmäßige Treffen bieten den freiwillig Tätigen Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch.

Beratung und Qualifizierung von Einsatzstellen

Gemeinwohlorientierte Einrichtungen können Beratungs- und Qualifizierungsangebote zu grundlegenden Fragen der Zusammenarbeit mit Freiwilligen mit psychischen Beeinträchtigungen nutzen.

Zusammenarbeit mit Fachstellen

Fachstellen, die Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen vorhalten, unterstützen die Freiwilligenagentur mit ihrem Know-How und informieren psychisch erkrankte Menschen über Möglichkeiten eines freiwilligen Engagements.

Mit vielfältigen Aktivitäten und Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit machte die Freiwilligenagentur während der Projektlaufzeit 2011 bis 2013 auf das Thema „Psychische Erkrankungen“ und auf das Problem der Stigmatisierung und Ausgrenzung psychisch kranker Menschen aufmerksam. In diesem Zusammenhang entstand u.a. auch die Ausstellung „Meine Welt. Deine Welt?“, die von sechs Freiwilligen aus dem Projekt gestaltet worden ist. Sie zeigt beispielhaft und sehr eindrücklich, wie diese sechs Menschen denken, fühlen und ihren Alltag (er)leben. Die Ausstellung soll an möglichst vielen Orten in der Öffentlichkeit präsent sein und kann bei Interesse gern kostenfrei ausgeliehen werden.