Spektrum – ein Projekt von und für Menschen mit und ohne Behinderung



Die Philosophie und Zielsetzung des Projekts „Spektrum“ beruht auf vier Prinzipien:
Inklusion: Alle Menschen sind unterschiedlich. Jede Person hat das Recht, mitzugestalten und mitzubestimmen.
vom Objekt zum Subjekt: Die an den Projekten beteiligten Personen haben nicht den Anspruch, andere Teilnehmende zu versorgen, zu pflegen oder zu erziehen. Man begegnet sich als gleichberechtigte Teilnehmende mit eigener Interessenartikulation und -wahrnehmung.
selbstständig ehrenamtlich aktiv: Die eigene Leistung als gebende Person ehrenamtlich in einen öffentlichen Prozess einzubringen, stärkt das Bewusstsein für sich selbst und die/den andere/n.
Gesellschaftliche Kommunikationsförderung: erleben, wie behinderte und nichtbehinderte Menschen miteinander Leistungen für das öffentliche Leben erbringen und darüber ins Gespräch kommen.
In Projektteams wurde diese Philosophie mit Leben gefüllt und in Teilprojekte „gegossen“, in denen die Teilnehmenden ehrenamtlich ihre Fähigkeiten einbringen und ausbauen konnten:

Zeitreise: ein Theaterprojekt
Unter uns: Behinderung für Kinder und Jugendliche erfahrbar machen
Catering: Catering und mehr für Non-Profit-Unternehmen

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Projektablauf und Höhepunkte

Theater Zeitreise

Das erste Teilprojekt im Rahmen des Projekts Spektrum ist das Theater „Zeitreise“. Im Theaterprojekt werden nicht nur Selbstbewusstsein und Kreativität sondern auch soziale Kompetenzen wie Kooperationsbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit gefördert. Durch die Mitarbeit an Bühnenbild, Kostüm, Maske, Requisite, Beleuchtungstechnik, Tontechnik, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit wird den Teilnehmenden ermöglicht, neue Talente zu entdecken und fachliche Kompetenzen zu entwickeln. Die Aufführungen entstehen in einem kreativen Prozess: Ideen werden erprobt, überprüft, modifiziert und verdichtet bis ein bühnenreifes Theaterstück entsteht. Die Gruppe wurde von einer Theaterpädagogin unter der Assistenz einer Kulturpädagogin systematisch mit fünf Menschen ohne und sieben Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Behinderungen aufgebaut.
Das erste Bühnenstück hatte den Titel „Zeitreise“ und war namensgebend für die Theatergruppe. Ein amüsantes Theaterstück, das den kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Wandel der Jahre 1950 bis 2010 darstellt und besonders im Bereich der Biografie- oder Erinnerungsarbeit in der Arbeit mit Senioren Einsatz gefunden hat. Das Stück wurde  in einem Zeitraum von ca. 3 Monaten entwickelt und eingeübt und in fünf Viersener Seniorenheimen sowie am Gleichstellungstag 2011 aufgeführt.
„Mord am Gereonsplatz“, das zweite Bühnenstück, ist eine Kriminalkomödie mit lokalem Bezug, die anlässlich der Viersener Kulturinitiative „Südstadt-Sommer“ entwickelt wurde und seine Premiere im Rahmen des Kultursommers feierte. Mit zwei ausverkauften Premierenvorstellungen wurde der Startschuss für fünf weitere erfolgreiche Vorstellungen mit mehreren hundert Zuschauern gegeben – u.a. im Viersener Mehrgenerationenhaus.

Unter uns

Das zweite Teilprojekt von Spektrum trägt den Namen „Unter Uns“. Hierzu haben sich unter der fachkundigen Anleitung einer Kulturpädagogin fünf nichtbehinderte Schülerinnen verschiedener Viersener Gymnasien und vier Menschen mit Hör-, Seh- und Körperbehinderungen durch die Vermittlung der Freiwilligenzentrale zusammengefunden. Der Inhalt der Gruppenarbeit wird durch das Thema „Behinderung für alle erfahrbar machen“ bestimmt. Hierbei findet eine Konzentration auf die Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen statt.
Das erste Vorhaben der Gruppe war die Entwicklung eines Parcours, mit dessen Hilfe Behinderungen erfahrbar gemacht werden sollen. Ziel dabei war es, der Öffentlichkeit das Alltagsleben mit einer Behinderung und damit verbundenen Barrieren näher zu bringen. Der Parcours wurden auf dem Gleichstellungstag am 07.5.2011 unter großem öffentlichem Zuspruch präsentiert. In der folgenden Zeit wurde der Parcours in verschiedenen Variationen an weiterführenden Schulen (Unterricht und Schulfeste) und Kirchengemeinden (Konfirmandenunterricht und Gemeindefeste) zu sieben Terminen aufgebaut und durch das Team begleitet.
Das zweite Vorhaben der Gruppe war die Herstellung eines Films zum Thema Inklusion mit dem Titel: „Auf der Suche“ (nach Inklusion). Es handelt sich hierbei um eine Zusammenstellung von Interviews mit Menschen mit und ohne Behinderung zum Thema der gesellschaftlichen Teilhabe. Der Film wurde mehrfach im Unterricht an weiterführenden Schulen und im kirchlichen Rahmen des Konfirmandenunterrichts gezeigt.

Catering+

Das Projektteam„Catering+“ von Menschen mit und ohne Behinderung unterstützt Non-Profit-Organisationen bei der Durchführung von Festen, Veranstaltungen etc. Die Aufgabenbereiche liegen im Thekendienst, im Servieren von Getränken und Speisen, in der Zubereitung und Ausgabe von Speisen wie Bratwurst, Kartoffelsalat und belegte Brötchen, Getränkeausschank und im Kassieren der Verkaufspreise. Ziel des Projektteams ist es, Fähigkeiten und Interessen von Menschen mit und ohne Behinderung in gemeinsamer Aktion zu fördern und zu stärken.
In der gemeinsamen Tätigkeit erleben die teilnehmenden die Qualitäten und Fähigkeiten, aber auch die Einschränkungen des Teampartners. Im selbstverständlichen Miteinander des Catering+-Teams wurden auch bei den Gästen der Veranstaltungen Berührungsängste abgebaut.
Im Jahr 2014 hatte das „Catering+“-Team zahlreiche Einsätze bei Gemeindefesten, Basaren und Benefizveranstaltungen von Non-Profit-Organisationen im gesamten Kreis Viersen. Ein besonderer Höhepunkt ist der jährlich durchgeführte Open-Air-Trödelmarkt der Freiwilligen-Zentrale-Viersen.

Eine weitere Aufgabe im Team ist die Öffentlichkeitsarbeit, um noch mehr Menschen für dieses Projekt zu gewinnen und neue Einsätze zu realisieren. Dazu wurde im letzten Jahr eine Pressekonferenz mit der gesamten Gruppe durchgeführt.