Positionspapier der bagfa zum Bundesteilhabegesetz

Inklusion muss aus Sicht der bagfa sowohl formell als Strategie „von oben“ gesetzt als auch durch viele konkrete Schritte, bei denen sich Menschen mit und ohne Behinderung begegnen und kennenlernen können „von unten“ aus der Praxis gestaltet werden. Nur so kann sie als gesamtgesellschaftliche Chance begriffen und gelebt werden.

Am 16. Dezember kommt das Bundesteilhabegesetz (BTHG) zur abschließenden Beratung in den Bundesrat. Vom Bundestag wurde es bereits am 1. Dezember verabschiedet.

Die heute zum BTHG erschienene Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) e.V. kritisiert, dass es im Gesetz nicht gelungen ist, Finanzierung von Unterstützung im Engagement von Menschen mit Behinderungen so zu regeln, dass eine wirklich selbstbestimmte Teilhabe möglich ist. Zwar wird die grundsätzliche Bedeutung von Engagement für gesellschaftliche Teilhabe beschrieben, die für die Ausübung eventuell notwendige Assistenz aber in den Bereich der Unterstützung durch Freunde, Nachbarn und Familie gerückt. Menschen mit Behinderungen, die sich auf der einen Seite selbstbestimmt in die Gesellschaft einbringen möchten, werden auf der anderen Seite wieder zu Bittstellern gemacht.

Freiwilliges Engagement bedeutet Praxis, Lust auf das Neue und Unbekannte und damit die Chance auf nachhaltig wirkende Einsichten und Netzwerke.

Bei der Regelung der Unterstützung von freiwilligem Engagement von Menschen mit Behinderungen im Bundesteilhabegesetz ist es leider nicht gelungen, diese Möglichkeitsräume zu öffnen: Strategie „von oben“ verhindert hier fruchtbare Praxis „von unten“.