Erstes Fortbildungsjahr im bagfa-Inklusionsprojekt erfolgreich beendet

Seit Ende September ist der erste Fortbildungszyklus im bagfa-Inklusionsprojekt beendet. An insgesamt vier Tagen (2 Blöcke á 2 Tage) und während eines eintägigen Vor-Ort-Besuchs in ihrer Freiwilligenagentur haben sich die neun teilnehmenden Freiwilligenagenturen intensiv mit dem Thema Inklusion beschäftigt und häufig auch schon erste Ideen umgesetzt.

„Wir wollen von Menschen mit Behinderungen genauso als Beratungsstellen für das freiwillige Engagement wahrgenommen werden können, wie von Menschen ohne Behinderungen“ – darin waren sich alle Teilnehmenden der Fortbildungsreihe „Inklusive Freiwilligenagentur: Netzwerke knüpfen, Barrieren abbauen, Ideen umsetzen“ in Fulda einig.
Ausgehend von einer ersten Selbsteinschätzung erarbeiteten die Agenturen daher Handlungsideen für eine inklusive Umgestaltung in den Bereichen Räumlichkeiten, Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerk sowie in der  Beratung von Freiwilligen und Einsatzstellen.

Beim Rundgang durch die Räume der Freiwilligenagentur im Rahmen der Vor-Ort-Beratungen, beim gemeinsamen Blick auf die Materialien der Öffentlichkeitsarbeit und im Austausch entstanden schnell konkrete Ideen, wie die eigene Arbeit verstärkt auch bei Menschen mit Behinderungen bekannt gemacht werden kann und wie Teilhabebarrieren beseitigt werden können. Besonders interessant war dabei für die Teilnehmenden, die eigene Agentur und die nahe Umgebung mit einem Blindenlangstock zu ertasten, um ein neues Gefühl für Barrieren zu bekommen.

Die Ideen der Freiwilligenagenturen, die eigene Arbeit inklusiv umzugestalten, sind ganz vielfältig. Geht es bei der einen Agentur um die Bewerbung der Angebote in Leichter Sprache, steht bei der anderen eher eine gemeinsame Veranstaltungsplanung mit Partnern in der Selbstvertretung, der Selbsthilfe oder der Eingliederungshilfe (Wohn- und Arbeitsanbieter für Menschen mit Behinderungen) im Vordergrund. Deutlich bei den Besuchen wurde, dass auch kleine Ideen dazu beitragen können, Menschen zum Mitmachen einzuladen, die sonst außen vor geblieben wären. Das Freiwilligen-Zentrum Hamburg beispielsweise hat nach der Beratung gleich das Angebot in Leichter Sprache der bagfa auf die Homepage gesetzt, andere Agenturen erarbeiten barrierefreie Anfahrtsbeschreibungen zu ihren Beratungsorten oder entwickeln Abfragen zur Barrierefreiheit von Engagement-Angeboten bei ihren Kooperationspartnern.

„Inklusion heißt miteinander neu denken“, betonen Christian Judith (K Produktion) und Henning Baden (bagfa e.V.), die die Fortbildungsreihe und die Vor-Ort-Besuche als inklusives Team durchgeführt haben. „Live bei diesem Denken dabei sein zu können und die Ideen zu unterstützen war toll!“

Für 2017 stehen die Termine der Fortbildungsreihe auch schon fest. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.