Dr. Jürgen Rembold-Inklusionspreis 2017

Die Vorgeschichte:

Eine aktive Bürgergesellschaft, in der Menschen sich mit ihren jeweiligen Ideen und Potenzialen einbringen können, darf niemanden von vorne herein auf Grund bestimmter Merkmale – wie eine Behinderung – ausschließen. Doch häufig fehlt es an der Erfahrung im „Miteinander Tun“ von Menschen mit und ohne Behinderungen. Mal fehlt die Rampe am Eingang des Veranstaltungsorts und Menschen, die einen Rollstuhl nutzen, werden ausgeschlossen, mal würden Informationen in Leichter Sprache, in Braille-Schrift oder eine Übersetzung in Gebärdensprache Teilhabebarrieren beseitigen. Manchmal ist es auch einfach ein fehlendes Bewusstsein für Barrieren, was Teilhabe verhindert. An Ideen für neue Projekte oder kreative Herangehensweisen, die Barrieren abbauen, mangelt es Freiwilligenagenturen dabei nur selten – allerdings steht die Finanzierung dieser Ideen meist auf einem anderen Blatt. Dabei sind es häufig schon Beträge jenseits der großen Förderprojekte, die es für Menschen mit Behinderungen ermöglichen, dabei zu sein und sich mit ihren Vorstellungen und Ideen in die Arbeit der Freiwilligenagentur einzubringen.

Der Preis:

Hier setzt der Inklusionspreis „Anstiften zur Teilhabe!“ der Dr. Jürgen Rembold Stiftung zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements an. Er zeichnet drei Ideen von Freiwilligenagenturen mit jeweils 1.000 Euro aus, die zu einer Öffnung des freiwilligen Engagements für Menschen mit Behinderungen beitragen. „Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen ist groß. Eine aktive Bürgergesellschaft ist zum Teil bereits Wirklichkeit, manchmal fehlt es aber an einem Funken, der vorhandenes Potenzial entzünden kann“ – so beschreibt Dr. Jürgen-Rembold den Zweck seiner Stiftung – und das gilt in gleichem Maße für den neuen Inklusionspreis der Stiftung, der gemeinsam mit der bagfa entwickelt wurde.

Die Aufgabe:

Entwickeln Sie eine Idee oder Aktion, die dazu beiträgt, dass Ihre Freiwilligenagentur Menschen mit Behinderungen als Engagierte besser erreicht. Das kann eine kreative Idee in der Öffentlichkeitsarbeit sein, eine Tagesveranstaltung oder der Abbau baulicher Barrieren. Sie können auch ein vorhandenes Format Ihrer Freiwilligenagentur so weiterentwickeln, dass es Menschen mit Behinderungen erreicht.

Wichtig ist dabei, dass:

  • Ihre Idee realistisch mit dem Preisgeld (ggf. mit zur Verfügung stehenden weiteren Mitteln der Freiwilligenagentur) und Ihren personellen Ressourcen durchführbar ist
  • Menschen mit Behinderungen bei der Entwicklung oder der Umsetzung der Idee einbezogen sind
  • Ihre Idee zum Nachmachen einlädt

Wichtig: Mit der Durchführung der eingereichten Ideen oder Aktionen darf noch nicht begonnen worden sein.

Die Teilnahmebedingungen:

Bewerben konnten sich alle Freiwilligenagenturen in Deutschland unabhängig von einer Mitgliedschaft in der bagfa. Die Bewerbungsfrist endete am 05.05.2017.

Foto: Timo Hermann – Gesellschaftsbilder.de

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