bagfa-Analyse erschienen: Lust auf Verschiedenheit

„Das freiwillige Engagement tut der Inklusion gut, kann es doch gelingende inklusive Prozesse dokumentieren und so auch eine gewisse Leichtigkeit in die oft verkopfte, problembeladene Debatte bringen“ – so heißt es in der bagfa-Analyse. Sie basiert auf einer Umfrage unter den Freiwilligenagenturen an der der sich  92 Freiwilligenagenturen beteiligt haben.

Im Rahmen der Analyse beschreibt die bagfa in Zusammenarbeit mit Frau Prof. Dr. Martina Wegner mögliche Rollen von Freiwilligenagenturen in kommunalen Inklusionsprozessen und stellt Thesen zur Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements für Inklusion generell heraus.

Wesentliche Ergebnisse der Analyse sind:

  • Mehr als ein Drittel der Freiwilligenagenturen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, berät und informiert regelmäßig Menschen mit Behinderungen zum freiwilligen Engagement.
  • Die Gemeinschaft der Freiwilligenagenturen ist nicht homogen. Ihre Entwicklungsstadien reichen von einer Wahrnehmung von Inklusion als „Zusatzaufgabe“ über Veranstaltungs- und Projekterfahrungen bis hin zu einer umfassenden Betrachtung der Arbeitsprozesse und dem anschließenden Abbau von Teilhabebarrieren.
  • „Wirkliche Inklusion“ wird von vielen Freiwilligenagenturen verstanden als eine Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen von Anfang an – also auch in alle Planungsprozesse.
  • Freiwilligenagenturen werden zunehmend als Akteure für Inklusion vor Ort wahrgenommen. Die Bedarfe gehen von Anfragen nach Fachreferentinnen und -referenten bis hin zu gemeinsamer Projektentwicklung.
  • Freiwilligenagenturen sind in lokale Bezüge eingebettet und mit ihnen verwoben. Es braucht daher nicht nur von Seiten der Agenturen Fürsprecherinnen und Fürsprecher, Netzwerke und Strategien für inklusives Engagement. Inklusive Prozesse müssen als Querschnittsaufgabe verstanden werden und bedürfen sowohl der Ressource als auch der politischen Unterstützung vor Ort.

Die bagfa möchte mit dieser Analyse einen Beitrag dazu leisten, das inklusive Potenzial des freiwilligen Engagements aufzuzeigen. Im Herbst dieses Jahres erscheint ein zweiter Teil der Analyse, in dem es um inklusives Engagement international gehen wird.