Arbeitsgruppe

Die Fortbildungs- und Veranstaltungsformate werden von der bagfa gemeinsam mit einem Team aus erfahrenen Projektleiterinnen von Freiwilligenagenturen und anderen Einrichtungen in einer Arbeitsgruppe erarbeitet.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe

Merle Conrads

Portraitfoto von Merle Conrads

Merle Conrads hat Pädagogik und Sozialmanagement studiert. Während ihres Studiums hat sie vier Jahre im Bereich der ambulanten Wohnassistenz gearbeitet. Danach war sie weitere vier Jahre als Wohnbereichsleitung bei einem stationären Träger der Eingliederungshilfe tätig. Sie bringt unter anderem Erfahrung  in der direkten Assistenz bei Menschen mit unterschiedlichsten Unterstützungsbedarfen, in Verhandlungen mit Kostenträgern (welche Assistenzleistungen bezahlt werden, in welchem Umfang etc.)  und in der individuellen Unterstützungsplanung in das bagfa-Projekt mit ein. Auch in der Zusammenarbeit mit Freiwilligenagenturen kennt sie sich aus, waren doch in der alltäglichen Arbeit die Ausübung von Ehrenamtstätigkeiten von Menschen mit Unterstützungsbedarf und die Inanspruchnahme von Ehrenamtstätigkeiten durch die Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur vor Ort immer sehr präsente Themen. „Dadurch, dass sich viele Menschen in der Gesellschaft (noch) nicht vorstellen können, dass Menschen mit Behinderung selbst ehrenamtlich tätig sind und diesen Gedanken oftmals sogar befremdlich finden, bleiben jede Menge Talente im Verborgenen. Es sollten unbedingt die notwendigen Grundvorrausetzungen geschaffen werden, um diese Talente zu erkennen, sie wertzuschätzen und sie auch zu nutzen. Davon profitieren sowohl Menschen mit als auch Menschen ohne Behinderung. Das Projekt der bagfa widmet sich genau diesem Thema und ich freue mich sehr, daran mitwirken zu können.“

Kerstin Emonds

Portraitfoto Kerstin Emonds

Kerstin Emonds ist an einer Schnittstelle tätig, die die Themen Inklusion, Bürgerschaftliches Engagement und Naturschutz miteinander verbindet. Die studierte Landschaftsplanerin und zertifizierte Regionalmanagerin arbeitet in Berlin bei EUROPARC Deutschland e.V., dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften – das sind die Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks in Deutschland. Diese Schnittstelle entstand 2009, als der Naturschutzverband begann, mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe einen gemeinsamen Weg zu beschreiten. Zusammen ist es gelungen, förderliche Rahmenbedingungen für das bürgerschaftliche Engagement von Menschen mit geistiger Behinderung zu schaffen und ihnen zahlreiche konkrete Naturschutzaktivitäten zu ermöglichen. Das aktuelle Projekt „Ungehindert engagiert“ unterstützt Freiwillige mit Lernschwierigkeiten, die über das praktisch zupackende Engagement hinaus Wissen vertiefen möchten. Insbesondere durch das Instrument der Leichten Sprache erhalten viele Menschen mit Lese- und Lernschwierigkeiten einen barrierefreien Zugang zu Bildung und Information. EUROPARC Deutschland hat daher unter anderem Materialien in Leichter Sprache entwickelt und wird für das Inklusionsthema weiterhin sensibilisieren. „Mir ist es von jeher wichtig, Interessierte und Expertinnen und Experten in eigener Sache ernst zu nehmen, sie einzubeziehen und mit ihnen gemeinsam etwas zu bewegen. Eine zielführende Netzwerkarbeit ist für mich daher nicht nur Mittel zum Zweck, sondern wichtig, um sich gemeinsame Erfolge bewusst zu machen und Kraft für weitere Verbesserungen zu schöpfen. Dies soll und wird auch mit dem bagfa-Projekt gelingen.“

Sulamith Fenkl-Ebert

Portraitfoto von Sulamith Fenkl-Ebert

Seit vielen Jahren mit dem Thema Engagementförderung verbunden, hat Sulamith Fenkl-Ebert zahlreiche Projekte in der Freiwilligen-Agentur Halle und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (LAGFA) Sachsen-Anhalt betreut. Seit 2013 leitet Sulamith Fenkl-Ebert das Projekt „überall dabei – Ehrenamt barrierefrei“ in der Freiwilligen-Agentur Halle und möchte mit ihrem Team dazu beitragen, dass ganz unterschiedliche Menschen genau die individuell passenden Bedingungen und Angebote finden, um sich möglichst barrierefrei engagieren zu können. Als Erziehungswissenschaftlerin sind ihr neben der Gestaltung engagementfreundlicher Rahmenbedingungen die persönlichen Begegnungen und der Erfahrungsaustausch mit engagierten Menschen wichtig. „Mit dem Projekt ‚überall dabei‘ habe ich noch mal ganz neue Horizonte entdeckt und tolle Menschen kennengelernt. Ich freue mich, unsere Erfahrungen bei der Förderung inklusiver Engagementstrukturen im Rahmen des bagfa-Projekts auch anderen Freiwilligenagenturen und Engagementbörsen weitergeben zu können.“

Britta Marie Habenicht

Portraitfoto von Britta Habenicht

Britta Marie Habenicht leitet seit April 2015 das Projekt „Freiwillig aktiv in Lüneburg“ der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg. In dem Projekt verbinden sich die Themen „Engagement FÜR Menschen mit Behinderungen“ (Freiwillige für die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen gewinnen und begleiten) und das „Engagement VON Menschen mit Behinderungen“ (Vermittlung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen in ein Freiwilliges Engagement in ihrer Stadt). Erfahrungen in den Themen Inklusion und Engagement hat Britta Habenicht in dem Projekt Selbstverständlich Freiwillig des Diakonischen Werk Hamburgs gesammelt, das sie von 2010 bis April 2015 als Projektleiterin realisiert hat. Ziel des Projektes bestand darin, Strukturen in Hamburg aufzubauen, um das Engagement von Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen und damit einen Perspektivwechsel anzustoßen. Ein großer Schwerpunkt lag dabei auf der Entwicklung von Materialien und Workshop-Konzepten in Leichter Sprache. Als eines der ersten Projekte in dem Themenfeld stießen der Leitfaden des Projektes und die Erfahrungen, die im Projekt gesammelt wurden, auf großes Interesse bundesweit. Britta Marie Habenicht ist Diplom-Sozialpädagogin (Uni) und nebenberufliche Sängerin. Sie arbeitete vordem im interkulturellen/entwicklungspolitischen Bereich und organisierte künstlerische Projekte an Schulen. „Mir ist es wichtig, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen und sich gegenseitig erleben zu können als MENSCHEN. Alle sind wir nun mal hier auf der Welt und alle gehören wir hier hin und alle müssen wir irgendwie miteinander klarkommen – egal ob mit oder ohne Behinderung, aus anderen Ländern, mit verschiedenen Religionen, ohne Religion, oder sonst wie ´anders`. Meine Aufgabe sehe ich darin, Rahmenbedingungen zu unterstützen, die solche Begegnungen zwischen Menschen ermöglichen.“

Christian Judith

Christian JudithChristian Judith ist Diplom Sozialpädagoge und Diplom Sozialarbeiter. Er lebt in Hamburg und arbeitet seit über 20 Jahren in der Behindertenbewegung, ist im bioethischen Arbeitskreis der ISL e.V. Deutschland und hat 2004 die Firma K Produktion mit den Geschäftsfeldern „inklusiv tanzen“, „behindertenpolitisch fortbilden“, „barrierefrei veranstalten“ und „übersetzen in Leichte Sprache“ gegründet. Er ist Unterstützer verschiedener Werkstatträte und Wohnbeiräte.

 

 

 

Stephanie Krause

Portraitfoto von Stephanie Krause

Stephanie Krause leitet seit 2005 die Freiwilligenzentrale Hagen e.V. und ist seit 2012 in der lagfa NRW engagiert. Seit 2015 ist sie Vorsitzende der lagfa. Bis 2005 hat die gelernte Pädagogin an einem Gymnasium unterrichtet. Für die lagfa NRW und in Kooperation mit dem Ministerium für Familien, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW begleitet sie die Projekte rund um inklusives Engagement. Ausgehend von einer Recherche nach bestehenden und guten Beispielen, einer landesweiten Umfrage aller 140 Freiwilligenagenturen in NRW und einer Kreativwerkstatt wurden dabei zwei Ideen entwickelt: Zum einen die Qualifizierung und Sensibilisierung der Mitarbeiter in den Freiwilligenagenturen, um auch mal neue Wege zu denken. Zum anderen eine Kampagne, die das Thema „Inklusion und Ehrenamt“ landesweit in den Blick nimmt und gelungen Beispiele aufzeigt. Diese wird in der Woche des bürgerschaftlichen Engagements 2015 umgesetzt. Ideen die auch in dem Projekt der bagfa eine Rolle spielen. Daher ist das Zusammendenken und die Kooperation für die Projekte für die lagfa NRW sehr wichtig und zu begrüßen. In der Freiwilligenzentrale Hagen selbst werden überdurchschnittlich viele Menschen mit psychischen Erkrankungen beraten und vermittelt, die über das Ehrenamt eine Tagesstruktur suchen, ihre Grenzen ausloten wollen und Kontakt zu (vermeidlich) „gesunden“ Menschen wünschen. „Barrieren abbauen, damit sich jeder nach seinen Wünschen engagieren kann. Barrieren für Nutzerinnen und Nutzer von Rollstühlen, seh- und hörbeeinträchtigte Menschen müssen genauso abgebaut werden, wie die Barrieren im Kopf. Es geht darum, Möglichkeiten zu denken und das Potential der Menschen in den Fokus zu rücken. Dann kann Inklusion gelingen. Aber es ist ein weiter Weg.“

Sabine Linsner

Sabine Linsner lebt in Bamberg und studiert Pädagogik an der dortigen Otto-Friedrich-Universität. Sie engagierte sich schon seit ihre Jugend freiwillig, seit Oktober 2013 im Freiwilligenzentrum CariThek als Engagementberaterin und koordiniert zusammen mit der Leiterin der CariThek, Simone Famulla, alles rund um das Thema „Inklusion“. Außerdem arbeitet sie zurzeit als studentische Hilfskraft in der Kontaktstelle für Studium und Behinderung der Universität Bamberg. Es gibt viel Engagement für beeinträchtige Menschen, aber es ist noch viel zu selten, dass sich beeinträchtigte Menschen selbst engagieren können. Die UN-Behindertenrechtskonvention zielt aber darauf ab, allen Menschen die Teilhabe an allen gesellschaftlichen Prozessen zu ermöglichen – zur Partizipation gehört somit auch zwingend das freiwillige Engagement. „Es gibt keine Norm für das Menschsein“ (Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Juli 1993), denn im Grunde genommen hat jeder Mensch seine individuellen Fähigkeiten und Einschränkungen, sind wir alle „bunt“. Jede/r hat das Recht, mit ihren/seinen Begabungen wahrgenommen zu werden und sich sowohl für das eigene Wohl als auch für die Gesellschaft einzusetzen. Wertschätzung, Anerkennung, Selbsttätigkeit und Alltagsstruktur sind wichtig für das Selbstwertgefühl und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit.

„Bürgerschaftliches Engagement kann dazu beitragen, dass Menschen mit Beeinträchtigungen als aktiver Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V. (bagfa) möchte an der Umsetzung dieser Aufgabe mitwirken und ich freue mich, dabei zu sein!“

Dr. Angelika Magiros

Portraitfoto von Dr. Angelika Magiros

Dr. Angelika Magiros ist Politikwissenschaftlerin und lebt in Berlin. Seit 2004 arbeitet sie bei der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V., dort hat sie auch von 2007 bis 2010 das Projekt „Lebenshilfe aktiv – Bürgerschaftliches Engagement für und von Menschen mit Behinderung“ koordiniert. Derzeit ist sie als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit tätig; ihre Schwerpunkte sind die Steuerung und Durchführung von Kampagnen und Kooperationen, die Inklusion voranbringen können. Dabei spielt das bürgerschaftliche Engagement von Menschen mit Behinderung selbstverständlich weiterhin eine wichtige Rolle. „Die Lebenshilfe freut sich sehr, an dem bagfa-Projekt mitwirken zu dürfen, denn es markiert einen bedeutsamen Schritt: Menschen mit Behinderung und ihre Organisationen haben einen zentralen Player in den Regelstrukturen des bürgerschaftlichen Engagements als Mitstreiter, Mitdenker und ‚Mittreiber‘ für die Idee der Inklusion gewonnen!“

Jana Schulze

Portraitfoto von Jana Schulze

Jana Schulze ist seit 2008 für die Freiwilligenagentur Magdeburg tätig. Als Diplom-Sozialpädagogin war sie vorher viele Jahre in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv und sammelte später bei verschiedenen Trägern umfassende Erfahrungen in der Umsetzung von Projekten. In den Jahren 2011 bis 2013 setzte sie in der Freiwilligenagentur ein Projekt um, das gezielt Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen auf dem Weg in ein Engagement unterstützt und begleitet. Unter dem Titel STERNTAUCHER ist daraus inzwischen ein festes Beratungs- und Unterstützungsangebot der Freiwilligenagentur geworden. Derzeit ist sie u.a. für das Projekt „Jugend kann! Jugend macht!“ verantwortlich, das junge Menschen mit und ohne Behinderungen dazu motiviert, sich gemeinsam zu engagieren und gleichzeitig dabei unterstützt, eigene Ideen zu verwirklichen. Neben ihrer hauptamtlichen Tätigkeit in der Freiwilligenagentur engagiert sie sich auch ehrenamtlich für die Belange psychisch kranker Menschen im Verein „Der Weg“ e.V.

Nicht nur beruflich, auch persönlich ist es mir ein besonderes Anliegen, Rahmenbedingungen mitzugestalten, die es Menschen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen ermöglichen, ihre Ideen und Fähigkeiten einzubringen. Deshalb freue ich mich besonders, meine Erfahrungen in das Inklusionsprojekt der bagfa einbringen zu können. Inklusion ist für mich ein Prozess, für den die Bereitschaft zu kontinuierlicher Veränderung unbedingte Voraussetzung ist – eine große Herausforderung für alle.“

Das Team des bagfa-Inklusionsprojektes

Lisa Schönsee

Inklusion und Engagement gehören für Lisa Schönsee schon lange zusammen. In den vergangenen von 2013-2017 hat die Leitern des bagfa-Projekts beim Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) in verschiedenen Fach- und Netzwerkprojekten rund um das Thema bürgerschaftliches Engagement gearbeitet. Im Projekt „Forum Inklusive Gesellschaft“ hat sie im Dialog von Menschen mit und ohne Behinderungen daran mitgearbeitet, Handlungsempfehlungen für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Engagement von Menschen mit Behinderungen zu formulieren. Für sie persönlich war dabei besonders spannend, eingespielte Arbeitsroutinen einmal genau zu reflektieren und Wege kennenzulernen, um Barrieren zu erkennen, die Menschen mit Behinderungen von der Partizipation abhalten – sei es bei Veranstaltungen, in der Öffentlichkeitsarbeit oder auch durch Vorurteile.

„Diese persönlichen Lernerfahrungen möchte ich dafür einsetzen, Freiwilligenagenturen auf ihrem Weg zur Inklusion zu unterstützen und mit ihnen gemeinsam Teilhabebarrieren abzubauen.“

Henning Baden

Henning Baden hat das bagfa-Projekt „Sensibilisieren, Qualifizieren und Begleiten: Freiwilligenagenturen als inklusive Anlauf- und Netzwerkstellen für Engagement weiterentwickeln“ für die bagfa von 2014-2017 aufgebaut und unterstützt Lisa Schönsee als Projektleitung. Während seiner Arbeit als Koordinator des Bundesprogramms „Freiwilligendienste aller Generationen“ für den Nordwesten Niedersachsens hat der Politologe und Germanist Freiwilligenagenturen mit ihren vielfältigen Ideen kennengelernt und die Gründung von Agenturen angeregt und begleitet. Erfahrung bringt er außerdem in der Öffentlichkeitsarbeit und im Kundenmanagement bei einem großen Träger der Eingliederungshilfe mit. „Inklusion heißt für mich, Lust auf Verschiedenheit und Neugier auf mein Gegenüber – ohne vorgefertigte Meinungen darüber, was jemand kann oder nicht. Menschen dürfen nicht von vorneherein auf die Rolle der ‚Hilfeempfänger‘ festgelegt sein. Freiwilliges Engagement bietet die Chance, sich in neuen Rollen auszuprobieren und offen miteinander über Bedarfe und Erwartungen zu sprechen. Die gemeinsame Suche nach kreativen Lösungen, wie Engagement und Inklusion zusammenfinden können, wollen wir mit unserem Projekt fördern. Ich sehe das bagfa-Projekt als große Chance für die teilnehmenden Freiwilligenagenturen, ihre Teilhabebarrieren zu erkennen und abzubauen. So wird das Engagement von Menschen mit Behinderung zu etwas Selbstverständlichem.“

Foto Henning Baden: Florian Janssen